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Hat man Anspruch auf ein Arbeitszeugnis?

Arbeitsvertrag und Arbeitszeugnis sind eng miteinander verknüpft. Ist ein Arbeitsverhältnis beendet, hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Ausstellung eines Arbeitszeugnisses. Dies ergibt sich aus arbeitsrechtlichen Vorschriften, insbesondere aus § 630 BGB.

Ein Arbeitszeugnis ist auch die Visitenkarte für einen neuen Arbeitsplatz. Die darin enthaltenen Beurteilungen geben dem Arbeitgeber einen ersten Eindruck von der Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft des Arbeitnehmers. Es gibt einfache und qualifizierte Arbeitszeugnisse. Das einfache Arbeitszeugnis enthält lediglich Angaben über die vom Arbeitnehmer durchgeführten Aufgaben sowie über die Dauer des Arbeitsverhältnisses. Das qualifizierte Arbeitszeugnis beschreibt die ausgeübte Tätigkeit sowie die Leistung und das Verhalten des Arbeitnehmers sehr viel detaillierter.

Was kann man bei wahrheitswidrigem Arbeitszeugnis und der Weigerung des Arbeitgebers auf Ausstellung tun?

Wer nicht mit seinem Arbeitszeugnis nach dem Arbeitsvertrag einverstanden ist, sollte mit dem Arbeitgeber zwecks einer Änderung ein Gespräch führen. Kommt keine Einigung zustande und ist der Arbeitnehmer weiterhin der Meinung, dass das Arbeitszeugnis wahrheitswidrig ist, kann er vor dem Arbeitsgericht auf Erteilung eines wahrheitsgemäßen Arbeitszeugnisses klagen.

Allerdings ist der Arbeitnehmer beweispflichtig, das heißt, er muss Zeugen benennen, möglicherweise noch im Unternehmen tätige Mitarbeiter, sowie weitere Nachweise erbringen. Dasselbe gilt, wenn der Arbeitgeber sich weigert, ein Arbeitszeugnis auszustellen. Auch hier kann eine Klage Abhilfe schaffen.

Der Anspruch auf ein Arbeitszeugnis in der Probezeit

Jedes Arbeitsverhältnis beginnt üblicherweise mit einer Probezeit, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Gelegenheit geben soll, sich besser kennenzulernen. Stellt dann eine Seite fest, dass es doch nicht wie gedacht passt, kommt es zu einer Kündigung innerhalb der Probezeit. In diesem Zusammenhang sollte man als Arbeitnehmer auch wissen, wie das deutsche Arbeitsrecht zu dem Anspruch auf ein Arbeitszeugnis in der Probezeit steht.

Gemäß § 630 BGB hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf ein Zeugnis. Folglich müssen Arbeitgeber auch Arbeitnehmern ein Arbeitszeugnis ausstellen, falls das Arbeitsverhältnis bereits während der vertraglich vereinbarten Probezeit wieder endet. Da das Arbeitsverhältnis recht kurz war, fällt auch das betreffende Zeugnis eher übersichtlich aus. Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis kann sich mitunter nachteilig auf die berufliche Zukunft des Arbeitnehmers auswirken, da es unter anderem Angaben zum Trennungsgrund innerhalb der Probezeit beinhalten kann. Aus diesem Grund ist oftmals ein einfaches Arbeitszeugnis zu bevorzugen.