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Gibt es bei einem 400-Euro-Job einen Urlaubsanspruch?

Der Name 400 Euro-Job bezeichnet eine geringfügige Beschäftigung, deren monatliche Verdienstgrenze 400 Euro beträgt. Insoweit hat ein Minijob andere Konditionen als beispielsweise ein unbefristeter Arbeitsvertrag. Das geringfügige Beschäftigungsverhältnis ist für den Arbeitnehmer frei von Steuern und Sozialabgaben.

Der Urlaubsanspruch eines Arbeitnehmers ist in der Hauptsache im Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) geregelt, das in gleicher Weise für den Urlaubsanspruch eines 400 Euro-Jobs gilt. Von den gesetzlichen Vorschriften kann allerdings abgewichen werden, wenn die Bestimmungen im Tarifvertrag, in der Betriebsvereinbarung oder im Individualarbeitsvertrag sich für den Arbeitnehmer günstiger auswirken, er also durch sie einen höheren Urlaubsanspruch hat.

Die Berechnung des Urlaubsanspruchs bei einem 400-Euro-Job

Der in § 3 BUrlG geregelte Urlaubsanspruch beträgt bei einer 5-Tage-Woche mindestens 20 Tage. Die Zahl der Urlaubstage ist unabhängig von der Zahl der täglich geleisteten Arbeitsstunden. Insoweit haben auch Inhaber eines 400 Euro-Jobs einen Urlaubsanspruch.

Allerdings arbeiten geringfügig Beschäftigte aufgrund der niedrigen Stundenzahl zumeist nur an einigen Tagen in der Woche. Aus diesem Grund gibt es eine Berechnungsformel, die jedoch nicht rechtlich bindend ist. Sie lautet: Anzahl der wöchentlichen Arbeitstage des geringfügig Beschäftigten / 5 x 20 = Urlaubstage. Allerdings dürfen die auf diese Weise errechneten Urlaubstage nicht auf die arbeitsfreien Tage des Arbeitnehmers gelegt werden.

Minijobber haben in Sachen Urlaub ein Recht auf Gleichstellung

Geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer haben bei einem 400-Euro-Job beziehungsweise einem 450-Euro-Job folglich ebenfalls einen gesetzlichen Urlaubsanspruch. Anders als oftmals angenommen, steht auch Minijobbern ein bezahlter Erholungsurlaub zu. Der jeweilige Arbeitgeber muss seine Vollzeitbeschäftigten und geringfügig Beschäftigten hinsichtlich des Urlaubsanspruches gleichstellen, was aber natürlich nicht bedeutet, dass jeder Arbeitnehmer über einen identischen Urlaubsanspruch verfügt.

Grundsätzlich ist es für den Anspruch auf Urlaub bei einem 400-Euro-Job entscheidend, wie viele Tage der Arbeitnehmer wöchentlich beschäftigt ist. Ob sich die Arbeitszeit pro Tag auf nur wenige Stunden oder den gesamten Arbeitstag beläuft, ist dabei irrelevant. Wenn den in Vollzeit beschäftigten Arbeitnehmern in dem Unternehmen ein höherer Urlaubsanspruch zugestanden wird, muss der Betrieb auch mit den Minijobbern dementsprechend verfahren. Im Arbeitsvertrag sollte der jeweilige Anspruch auf Urlaub unter Berücksichtigung der Werktage pro Woche vereinbart werden. Die im Zuge dessen pro Monat abgeleisteten Stunden spielen im Gegensatz dazu keine Rolle. Das deutsche Arbeitsrecht macht den Anspruch auf Urlaub an den wöchentlichen Arbeitstagen fest, die sich aus dem vertraglich geregelten Arbeitsverhältnis ergeben sollten.