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Hat der Arbeitnehmer Anspruch auf ein Zwischenzeugnis?

Neben dem klassischen Arbeitszeugnis, das man erhält, wenn man ein Unternehmen verlässt, hat man unter bestimmten Voraussetzungen auch auf ein Zwischenzeugnis Anspruch. Das Recht sieht vor, dass man für dieses Zeugnis einen triftigen Grund haben muss. Man kann es sich also nicht einfach nur aus Interesse ausstellen lassen.

Allerdings gibt es viele Gründe, die als gewichtig genug betrachtet werden, damit einem ein Zeugnis ausgestellt wird. So hat zum Beispiel auf ein Zwischenzeugnis Anspruch, wer einen neuen Vorgesetzten bekommt. Der Hintergrund ist, dass im Falle eines plötzlichen Ausscheidens der neue Vorgesetzte möglicherweise nicht in der Lage ist, einen Angestellten richtig einzuschätzen.

Auch bei Arbeitsunterbrechungen hat man auf ein Zwischenzeugnis Anspruch

Ein weiterer Grund, durch den man auf ein Zwischenzeugnis Anspruch haben kann, ist eine längere Unterbrechung der Arbeit. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn man zur Bundeswehr oder zum Zivildienst muss. Auch Elternzeit oder längere Fortbildungen gehören dazu. Der Grund, dass man hier auf ein Zwischenzeugnis Anspruch hat, liegt daran, dass sich nie sicher abschätzen lässt, ob man nach der Unterbrechung auch wirklich wieder beim selben Arbeitgeber tätig ist. Auch hier kann es passieren, dass man nach der Pause einen neuen Vorgesetzten hat, der einen nicht beurteilen kann.

Wie kann ein Arbeitnehmer einen Anspruch auf ein Zwischenzeugnis begründen?

In Anbetracht des zusätzlichen Aufwands, den ein Zwischenzeugnis für den Arbeitgeber bedeutet, ist es nicht verwunderlich, dass sich dieser mitunter scheut, ein solches auszustellen. Arbeitnehmer können einen entsprechenden Anspruch geltend machen, müssen allerdings einen triftigen Grund dafür haben. Ohne konkreten Anlass hat man folglich keinen Anspruch auf ein Zwischenzeugnis. Im Folgenden werden ein paar Situationen aufgeführt, die einen triftigen Grund für die Ausstellung eines Zwischenzeugnisses liefern.

  • Das Arbeitsverhältnis besteht bereits seit mehreren Jahren, wobei der Arbeitnehmer keine Beurteilung erhalten hat.
  • Der Arbeitnehmer nimmt eine längere Auszeit, um beispielsweise ein Sabbatical einzulegen, in Elternzeit zu gehen oder seinen Wehrdienst abzuleisten.
  • Das Arbeitsverhältnis verändert sich deutlich, weil zum Beispiel ein Abteilungswechsel, eine Versetzung oder eine Beförderung bevorsteht.
  • Der Arbeitnehmer geht für das Unternehmen ins Ausland.
  • Dem Arbeitnehmer steht die Entlassung bevor beziehungsweise es wurde ein Aufhebungsvertrag abgeschlossen.