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Kurzarbeit

Sie ist für viele Arbeitnehmer ein absolutes Schreckgespenst: die Kurzarbeit. Sie tritt in Kraft, wenn ein Unternehmen nicht mehr genügend Aufträge hat, um seine Mitarbeiter voll zu beschäftigen. Oft werden in solchen Fällen Mitarbeiter entlassen, um so Kosten zu sparen. Da Fachkräfte aber immer seltener werden und so manche Krise auch bewältigt werden kann, ist die Kurzarbeit eine Alternative zur Kündigung. Sie dauert in der Regel sechs Monate (aufgrund der Wirtschaftskrise wurde die Frist am 01.12.2010 kurzfristig auf zwölf Monate verlängert) und soll Entlassungen verhindern.

Typisch für die Kurzarbeit ist, dass die vorhandene Arbeit auf alle Mitarbeiter aufgeteilt wird. Für die übrige Arbeitszeit werden die Mitarbeiter freigestellt und erhalten auch einen verkürzten Lohn. Oberstes Ziel der Kurzarbeit ist die Rettung eines Unternehmens und damit verbunden auch die Sicherung der Löhne. Damit die Kurzarbeit den Mitarbeiter nicht an den Rand des Existenzminimums bringt, kann man bei der Bundesagentur für Arbeit das sogenannte Kurzarbeitergeld beantragen. Dadurch wird das eigene Einkommen auf 60 Prozent des eigentlichen Nettoeinkommens aufgestockt. Alternativ ist man allerdings verpflichtet, für die Zeit der Kurzarbeit auch weitere Jobs anzunehmen, wenn die Arbeitsagentur entsprechende Beschäftigung anbietet. So sollen die Kosten und der Einkommensausfall durch die verkürzte Arbeitszeit möglichst gut aufgefangen werden.

Voraussetzungen für die Kurzarbeit

Aus personeller wie aus unternehmerischer Sicht müssen verschiedene Kriterien erfüllt werden, damit Kurzarbeit überhaupt durchgeführt werden kann. Betriebe müssen zum Beispiel das Einverständnis des Betriebsrates einholen und auch der Tarifvertrag darf einer Kurzarbeit nicht widersprechen. Anschließend wird die Kürzung der Arbeitszeit bei der Agentur für Arbeit angemeldet. Haben alle drei Organe die Kurzarbeit genehmigt, dann muss man sich dem als Arbeitnehmer fügen. Widerspruchsmöglichkeiten gibt es nur dann, wenn es keinen Betriebsrat oder keinen Tarifvertrag gibt. Dann werden mit den Arbeitnehmern nämlich individuelle Vereinbarungen über die Kurzarbeit getroffen. Anspruch auf das Kurzarbeitergeld hat man in einem solchen Fall aber trotzdem.

Neben der klassischen Kurzarbeit unterscheidet man auch noch zwei weitere Arten: die Saisonkurzarbeit und die Transferkurzarbeit. Die Saisonkurzarbeit tritt in Berufen auf, in denen es witterungsbedingt nicht möglich ist zu arbeiten. Das trifft zum Beispiel auf Dachdecker zu, die im Schneesturm ihre Arbeit nicht verrichten können. Aber auch in der Landwirtschaft und im Bau tritt diese Form von Kurzarbeit auf. Bei der Transferkurzarbeit handelt es sich, zumindest aus Sicht des Unternehmens, um eine endgültige Kurzarbeit, denn eine Weiterbeschäftigung ist auf lange Sicht im Haus nicht vorgesehen. Stattdessen wird die Kurzarbeit zur Qualifizierung und Vermittlung der überflüssig gewordenen Mitarbeiter genutzt.