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Was ist das Kurzarbeitergeld und wie lange kann man es beziehen?

Manchmal haben Unternehmen nicht mehr genug für ihre Mitarbeiter zu tun, um sie voll zu beschäftigen. Die Weltwirtschaftskrise kann beispielsweise zu einer schlechteren Auftragslage im Unternehmen beitragen. Die Entlassung von Mitarbeitern wäre dann die logische Folge.

Ist absehbar, dass sich das Unternehmen in der nächsten Zeit wieder erholen kann, können durch Verringerung der Arbeitszeiten und damit der Löhne Entlassungen vermieden werden. Man spricht in diesem Fall von Kurzarbeit. In dieser Zeit erhalten die Mitarbeiter das Kurzarbeitergeld. Da dies niedriger ist als das ursprüngliche Einkommen, wird es von der Bundesagentur für Arbeit bis zu einem gewissen Betrag aufgestockt.

So lange können Unternehmen Kurzarbeitergeld beziehen

Im Normalfall ist es so, dass man bis zu sechs Monate lang Kurzarbeitergeld beziehen kann. Dieser Zustand darf dann allerdings nicht nur auf einen einzelnen, sondern muss mindestens auf ein Drittel aller Beschäftigten eines Unternehmens zutreffen.

Bevor man in Kurzarbeit geht, muss diese allerdings bei der Agentur für Arbeit angemeldet und gegebenenfalls vom Betriebsrat abgenehmigt werden. Aufgrund der aktuellen Weltwirtschaftskrise kann man jetzt für maximal zwölf Monate (Stand 2010) Kurzarbeitergeld beziehen. Wer vor diesem Stichtag in Kurzarbeit ging, für den gelten sogar 18 Monate.

Wer hat keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld?

Versicherungspflichtige Arbeitnehmer können unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld geltend machen und so eine finanzielle Unterstützung während der Kurzarbeit erhalten. Es haben jedoch nicht alle Personen Anspruch auf Kurzarbeitergeld, so dass es sich für Arbeitnehmer gegebenenfalls lohnt, gut informiert zu sein.

Wer gemäß § 8 SGB IV lediglich geringfügig bei dem betreffenden Unternehmen beschäftigt ist, kann kein Kurzarbeitergeld erhalten. Dies gilt ebenfalls für Personen, die dort nicht ständig beschäftigt werden oder Krankengeld beziehen. Menschen, die die für die gesetzliche Rente geltende Altersgrenze erreicht haben, oder von einem ausländischen Träger eine Rente wegen voller Erwerbsminderung oder vergleichbare Leistungen beziehen, bekommen ebenfalls kein Kurzarbeitergeld. Teilnehmer einer beruflichen Weiterbildungsmaßnahme, die währenddessen Übergangs- oder Arbeitslosengeld erhalten, haben auch keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld.

Weiterhin gilt es zu beachten, dass eine mangelnde Kooperation mit der Arbeitsagentur ebenfalls dazu führen kann, dass zumindest zeitweise kein Kurzarbeitergeld gezahlt wird. Arbeitnehmer müssen sich gewillt zeigen, eine zusätzliche Arbeit anzunehmen oder eine Fortbildung zu absolvieren, sofern das Amt ihnen dies vorschlägt. Wer sich konsequent weigert, muss mit finanziellen Nachteilen wie einer Sperrfrist rechnen.