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Wie lange kann Kurzarbeit verlängert werden?

Grundsätzlich ist die Kurzarbeit in Deutschland auf maximal sechs Monate befristet. Durch die Wirtschaftskrise wurden diese Fristen nach Rechtsverordnung auf derzeit zwölf Monate (Stand: 01.12.2010) verlängert. Als Unternehmen hat man also kaum eine Möglichkeit, die Kurzarbeit zu verlängern, wenn die sechs bzw. zwölf Monate abgelaufen sind.

Es gibt lediglich die Möglichkeit, die Kurzarbeit für einen Zeitraum von einer oder mehreren Wochen zu unterbrechen und diese Zeit dann wieder an die Kurzarbeit anzuhängen. Faktisch länger wird sie dadurch aber nicht. Es wirkt wegen der Unterbrechungen lediglich so, als wäre der Zustand der Kurzarbeit von längerer Dauer.

Kurzarbeit verlängern: die Voraussetzungen für einen Neubeginn

Gelangt ein Unternehmen in die glückliche Situation, dass es die Kurzarbeit für mehr als drei Monate unterbrechen kann, beginnen die Fristen von vorne. Steht also für vier Monate Kurzarbeit an, auf die dann drei Monate Vollbeschäftigung folgen, können bei einem Auftragseinbruch wieder die vollen sechs Monate der Kurzarbeit in Anspruch genommen werden.

Voraussetzung ist allerdings, dass die Kurzarbeit für alle Mitarbeiter gilt. Man kann also nicht für einen Mitarbeiter die Kurzarbeit verlängern und andere Mitarbeiter stattdessen entlassen. Die Einführung der Kurzarbeit kann darüber hinaus nur mit Zustimmung des Betriebsrates basierend auf dem Tarifvertrag und mit Erlaubnis der Agentur für Arbeit erfolgen.

Wie lange kann Kurzarbeitergeld maximal bezogen werden?

Für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist die maximale Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld von großem Interesse. Der deutsche Gesetzgeber sieht diesbezüglich strenge Fristen vor, die immer wieder an die wirtschaftlichen Verhältnisse angepasst wurden. § 177 SGB III entsprechend können Arbeitnehmer für höchstens sechs Monate Kurzarbeitergeld beziehen. Dieses soll schließlich lediglich als kurzzeitige Lösung dienen, um einen deutlichen Arbeitsausfall im Unternehmen aufzufangen.

Es besteht allerdings die Möglichkeit, den Bezug des Kurzarbeitergeldes auf bis zu 12 Monate zu verlängern (Stand 2015). In einer entsprechenden Rechtsverordnung wurde dies festgelegt, so dass auch nach einem halben Jahr nicht unbedingt Schluss sein muss.

Wo wird die maximale Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes definiert?

Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben gleichermaßen ein Interesse an den gesetzlichen Regelungen zur Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes, sofern ihr Unternehmen von Kurzarbeit betroffen ist. Die Verordnung über die Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld, kurz KuGBezV, dient in diesem Zusammenhang als Gesetzesgrundlage. Die Agentur für Arbeit entscheidet somit nicht nach eigenem Ermessen, sondern beruft sich unter anderem auf § 1 KuGBezV. Daraus geht hervor, dass die in § 104 SGB III definierte Bezugsdauer von sechs Monaten auf bis zu zwölf Monate ausgeweitet werden kann.