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Sind Arbeitnehmer während der Kurzarbeit trotzdem versichert?

Über die Frage der Sozialversicherungen muss man sich bei der Kurzarbeit keine Sorgen machen. Die Beiträge zu den Sozialversicherungen werden weiterhin anteilsmäßig vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber gezahlt, so dass es hier nicht zu Ausfällen bei der Krankenversicherung, Rente und Arbeitslosenversicherung kommt.

Als Arbeitnehmer zahlt man wie gewohnt einen festen Prozentsatz von seinem Einkommen. Ist das Einkommen durch die Kurzarbeit niedriger, sinken also auch die Versicherungsbeiträge, ohne dass sich am Versicherungsschutz etwas ändert. Zwar sinkt durch die niedrigeren Beiträge die zu erwartende Rente; dabei handelt es sich aber lediglich um Beträge im Centbereich, die bei Rentenbeginn nicht mehr ins Gewicht fallen werden.

Der Arbeitgeber übernimmt einen Teil der Versicherung bei Kurzarbeit

Zu dem tatsächlichen Einkommen, das man während der Kurzarbeit hat, wird ein sogenanntes „Soll-Einkommen“ berechnet. Dafür werden die Stunden der Vollbeschäftigung zugrunde gelegt. Die Versicherungsbeiträge, die für diese Soll-Stunden fällig wären, werden vom Arbeitgeber übernommen. Der Arbeitgeberanteil steigt also. Da nicht jedes Unternehmen die finanziellen Mittel hat, um diese Soll-Stunden zusätzlich zu versichern, können Unternehmen hier einen Zuschuss vom Staat beantragen, mit dem die Beiträge bei Kurzarbeit bezahlt werden können. Arbeitnehmer müssen sich also keine Sorgen um ihre Versicherung machen, da der Arbeitgeber und der Staat hier einspringen.

Was passiert, wenn der Arbeitnehmer während der Kurzarbeit erkrankt oder einen Unfall hat?

Zumindest in Sachen Versicherungen müssen sich Arbeitnehmer während der Kurzarbeit keine Sorgen machen, da die Sozialversicherungen wie gewohnt weiterlaufen. Viele Menschen stellen sich allerdings die Frage, was bei einer Erkrankung oder einem Unfall während der Kurzarbeit passiert. Ein wichtiger Punkt ist dabei das Krankengeld, weil mitunter unklar ist, inwiefern das Kurzarbeitergeld Einfluss auf dessen Höhe hat. Zunächst hat der Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf Entgeltfortzahlung und erhält für bis zu sechs Wochen weiterhin Kurzarbeitergeld.

Anschließend kann der erkrankte Kurzarbeiter einen Anspruch auf Krankengeld bei der Krankenversicherung geltend machen. Dieses wird anhand des regelmäßigen Arbeitsentgelts berechnet, das der Arbeitnehmer vor dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit erwirtschaftet hat. Demnach muss man keine Kürzung des Krankengeldes fürchten.

Der gesetzliche Unfallversicherungsschutz während der Kurzarbeit

Arbeitnehmer genießen grundsätzlich einen betrieblichen Unfallversicherungsschutz. Während der Kurzarbeit können sie dahingegen mitunter den gesetzlichen Unfallversicherungsschutz beanspruchen. Diese Unfallversicherung wird immer dann aktiv, wenn es auf dem Weg zur Agentur für Arbeit zu einem Unfall kommt. Kurzarbeiter, die von der Behörde zu einem anderen Ort bestellt werden und dabei verunfallen, genießen ebenfalls diesen Versicherungsschutz.