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Gerichtliche Vaterschaftsanerkennung: Ablauf des Verfahrens Tipps und Tricks

Leider ist es heutzutage keine Seltenheit mehr, dass Kinder auf die Welt kommen und nicht ganz klar ist, wer nun die Väter der Kleinen sind. Aufgrund der bestehenden Zweifel wird häufig ein gerichtliches Verfahren zur Vaterschaftsanerkennung notwendig. Das Gericht hilft den Betroffenen dabei, zu klären, wer der Erzeuger des betreffenden Kindes ist, um so auch alle rechtlichen Fakten klären zu können. Die gerichtliche Feststellung der Vaterschaft kann dabei von verschiedenen Parteien gefordert werden. So darf unter anderem auch das betroffene Kind selbst Klage erheben, um herauszufinden, welche biologischen Wurzeln es hat. Aber auch die Kindesmutter und der Mann, der denkt, dass er der Vater des Kindes ist, sind berechtigt, Klage zu erheben. Derartige Prozesse werden in der Bundesrepublik Deutschland stets vor dem Familiengericht abgehalten.

Zum Ablauf des Verfahrens

Der Ablauf der Vaterschaftsanerkennung vor Gericht ist in den Paragrafen §§ 640 und 641 der Zivilprozessordnung geregelt. Das Gericht ordnet zur Feststellung der Vaterschaft ein Abstammungsgutachten an, welches von einem unabhängigen Labor ausgefertigt wird. Um die Vaterschaft zweifelsfrei feststellen zu können, werden dem Kind und dem potenziellen Kindsvater Blutproben entnommen. Diese werden dann vom beauftragten Labor untersucht und miteinander verglichen. Das Labor fasst seine Ergebnisse in einem Gutachten zusammen und übergibt dieses dem Familiengericht. Wurde eine Verwandtschaft festgestellt, wird diese zusätzlich in einem Gerichtsurteil festgeschrieben.

Die Folgen eines Abstammungsgutachtens

Ergibt die gerichtliche Vaterschaftsanerkennung, dass fortan ein Verwandtschaftsverhältnis zwischen dem Kind und dem potenziellen Vater besteht, dann resultieren daraus entsprechend auch diverse Rechte und Pflichten. So ist der Vater etwa gegenüber seinem Kind und dessen Mutter zu Unterhaltszahlungen verpflichtet. Sollte der Vater zu Tode kommen, kann das Kind Erbansprüche geltend machen. Und sollten die Kindeseltern zwei verschiedene Nationalitäten haben, dann hat das Kind einen Anspruch auf eine doppelte Staatsbürgerschaft.

Doch auch auf zivil- und strafrechtliche Gerichtsverfahren hat die festgestellte Vaterschaft ihre Auswirkungen. So müssen die jeweiligen Parteien in einem Prozess beispielsweise nicht gegeneinander aussagen, da ein Zeugnisverweigerungsrecht aufgrund des Verwandtschaftsverhältnisses besteht.

Gibt ein Gericht zur Vaterschaftsfeststellung ein Abstammungsgutachten in Auftrag, so kann hieraus natürlich auch ein negatives Ergebnis hervorgehen. Diese negative Vaterschaftsfeststellung nennt der Gesetzgeber auch Vaterschaftsanfechtung.

Sollte sich der vermeintliche Kindesvater weigern, freiwillig eine Blutprobe zur Feststellung der Vaterschaft abzugeben, so kann das Gericht in diesem Fall eine Zwangsvorführung anordnen.

Sogenannte Vaterschaftstests können von Interessenten natürlich stets auch eigenständig bei einem entsprechenden Labor in Auftrag gegeben werden. Jedoch ist dabei zum einen zu beachten, dass die Kosten für die Vaterschaftsfeststellung selbst getragen werden müssen. Zum anderen hat das Testergebnis vor Gericht keine Gültigkeit. Eine mögliche Vaterschaft kann nur vor dem Gesetzgeber angefochten werden, wenn dieser auch deren Feststellung in Auftrag gibt.

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