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Bei Trennung und Scheidung sämtliche Schlüssel herausgeben?

Anwälte können aus einem großen Erfahrungsschatz schöpfen, was gescheiterte Ehen und deren Begleiterscheinungen betrifft. Wenn eine Ehe zerbricht oder eine Partnerschaft dem Ende zugeht, sind viele Paare oftmals in einem, dem Krieg ähnlichem Zustand. Da wird bis auf das Blut gestritten und ein gemeinsames Miteinander oder Reden ist kaum mehr möglich. Nähert sich dann noch der Tag, an dem einer der beiden Partner aus der gemeinsamen Wohnung oder dem Eigenheim auszieht, so eskaliert die Situation manchmal. Dies ist besonders dann der Fall, wenn einer der beiden Kontrahenten die Trennung nicht wollte, bzw. wegen eines neuen Partners verlassen wurde.

Viele Frauen und Männer fragen sich, ob sie bei der Trennung dann gleich auch sämtliche Schlüssel herausgeben müssen oder sollten. Diese Frage ist berechtigt, da es zu diesem Thema immer wieder zu heftigen Streitigkeiten kommt, wie die Erfahrung zeigt. Der zurückbleibende Partner verlangt häufig die Herausgabe aller Schlüssel, damit der nun Ex-Partner keinen Zutritt mehr zum gemeinsamen Haus oder auch der Wohnung haben kann.

Ob dies rechtens ist, entscheidet vor allem die Besitzfrage der Immobilie oder die geleistete Unterschrift unter dem Mietvertrag. Der jeweilige Mieter oder Hausbesitzer hat in diesem Fall natürlich auch das Recht, die Schlüssel zurückzufordern. Einen Schlüsseldienst anzufordern und sich im Anschluss daran Zugang zur Wohnung oder zum Haus zu verschaffen, erfüllt schnell den Tatbestand des Hausfriedensbruches und wird strafrechtlich verfolgt. Daher sollten diese Transaktionen auch unbedingt unterbleiben, selbst dann, wenn man noch Hausrat aus der ehemals gemeinsamen Wohnung oder dem Haus mitnehmen will. Diese muss der Partner zwar herausgeben, jedoch braucht dies nicht mit einem Einlass in die ehemaligen Räumlichkeiten einhergehen. Der Eigentümer des Hauses oder der Mieter der Wohnung muss die persönlichen Gegenstände zwar herausgeben, dies kann jedoch auch auf einem anderen Terrain erfolgen.