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Wie viel Unterhalt muss man zahlen?

Deutschland ist ein Sozialstaat. Deshalb zahlt man nicht nur anteilsmäßig Beiträge zu den Sozialversicherungen, sondern auch Kindesunterhalt. Bei der Höhe des Unterhalts gilt dasselbe Prinzip wie in vielen anderen Bereichen: Wer viel hat, der zahlt auch viel. Wer wenig hat, der zahlt wenig.

Welchen Betrag man für den Unterhalt seiner Kinder zu zahlen hat, wird durch die Gerichte festgelegt. Diese dürfen bei ihrer Entscheidung nicht willkürlich vorgehen, sondern müssen sich an der sogenannten Düsseldorfer Tabelle orientieren. Diese wird jeweils zum 1.1. eines Jahres aktualisiert und empfiehlt abhängig vom Einkommen der Eltern eine Höhe des Unterhalts. Die Richter müssen diese Empfehlungen nicht exakt übernehmen, sollen sich hieran aber orientieren.

So bestimmt die Düsseldorfer Tabelle die Höhe des Unterhalts

Einer der wichtigsten Faktoren, dem die Berechnung des Unterhalts zugrunde liegt, ist das Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen. Der minimale Unterhalt berechnet sich an einem Einkommen von bis zu 1.500 Euro. Die Obergrenze der Tabelle liegt bei 5.100 Euro. Das bedeutet allerdings nicht, dass Vielverdiener nicht mehr zahlen müssen. Hier legen die Gerichte in der Regel individuelle Werte fest. Neben dem Einkommen spielt auch das Alter der Kinder für die Höhe des Unterhalts eine Rolle, da der Bedarf mit dem Alter steigt.

Wie lange muss man Unterhalt zahlen?

Den meisten Unterhaltspflichtigen ist die Düsseldorfer Tabelle als Leitlinie in Zusammenhang mit dem Kindesunterhalt durchaus geläufig. Oftmals steht aber nicht nur die Frage im Raum, wie viel Unterhalt man zahlen muss, sondern auch wie lange die Unterhaltspflicht besteht. Ganz grundsätzlich gilt es in diesem Zusammenhang anzumerken, dass die Unterhaltspflicht so lange besteht bis das betreffende Kind selbst für seinen Lebensunterhalt aufkommen kann. Es hängt also stark vom Einzelfall ab, wie lange Unterhalt gezahlt werden muss.

Bei minderjährigen Kindern muss Unterhalt gewährt werden, da dieses in der Regel nicht zur Erwirtschaftung seines Lebensunterhalts herangezogen werden kann. Darüber hinaus kann die Unterhaltspflicht auch für volljährige Kinder weiterhin bestehen, so dass diese finanzielle Unterstützung in Form des Unterhalts erhalten bis sie ihre erste Ausbildung abgeschlossen haben. Erkrankte und behinderte Kinder können auch darüber hinaus noch einen Unterhaltsanspruch haben.