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Medizinrecht

Das Medizinrecht bildet einen sehr komplexen Teil des deutschen Rechtswesens und widmet sich in erster Linie juristischen Belangen, die Ärzte und Patienten betreffen. Aber auch Rechtsbeziehungen zwischen Medizinern können Gegenstand des Medizinrechts sein. In Anbetracht der Tatsache, dass die eigene Gesundheit als wohl höchstes Gut gilt, zeigt sich die hohe Relevanz dieses juristischen Teilgebietes.

Medizinrecht Definition

Das Medizinrecht lässt sich demnach als Teilbereich der Rechtswissenschaften beschreiben und widmet sich vor allem der sogenannten Arzthaftung. Begeht ein Arzt einen Behandlungsfehler und handelt in seiner ärztlichen Tätigkeit schuldhaft, kann dieser juristisch zur Rechenschaft gezogen werden. In solchen Situationen wird dann das Medizinrecht bemüht, das die juristische Auseinandersetzung zwischen Patient und Arzt regelt.

Im Medizinrecht der Bundesrepublik Deutschland sind längst nicht nur Behandlungsfehler von Belang. Auch die Honorierung der Ärzte kann mit rechtlichen Auseinandersetzungen einhergehen. Das allgemeine Berufsrecht sowie die geltenden Berufsordnungen dürfen ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden und können als Medizinrecht definiert werden. Die Definition des Medizinrechts erweist sich somit als äußerst komplex und verfügt über eine enorme Bandbreite.

Was ist Medizinrecht?

Trotz Definition des Medizinrechts fällt es vor allem juristischen Laien oftmals schwer, zu erfassen, was alles zum Medizinrecht gehört. Dies gilt gleichermaßen für Mediziner und Patienten, obgleich Ärzte durchaus in gewissem Umfang mit den Gesetzen und Ordnungen ihres Berufes vertraut sein sollten. Kommt es jedoch zu juristischen Problemen, ist es ratsam, einen erfahrenen Fachanwalt für Medizinrecht einzuschalten. Für Patienten gilt dies natürlich gleichermaßen. Wer befürchtet, Opfer eines Behandlungsfehlers geworden zu sein und mitunter nachhaltig unter der unangemessenen Behandlung seiner gesundheitlichen Probleme leidet, sollte sich vielleicht eine zweite Meinung einholen und sich außerdem an einen Experten in Sachen Medizinrecht wenden. So sind Fachanwälte für Medizinrecht die richtigen Ansprechpartner und übernehmen gegebenenfalls die Vertretung vor Gericht.

Wer im Falle eines Falles zuständig ist und über die Kompetenz verfügt, medizinische Probleme vor Gericht zu klären, ist somit rasch klar. Ärzte und Patienten müssen aber natürlich nicht direkt vor Gericht ziehen. Mitunter können Schwierigkeiten auch ohne das Medizinrecht geklärt werden. Grundsätzlich haben Patienten und Ärzte nicht den Wunsch, ihre Differenzen vor Gericht zu klären, schließlich geht es in erster Linie um eine korrekte Heilbehandlung, die beide Parteien zufriedenstellt.

Medizinrechtlich vorsorgen

Im Bereich des Medizinrechts geht es nicht nur darum, juristische Probleme zu lösen. Das Medizinrecht ist unter anderem auch in Sachen Vorsorge durchaus von Bedeutung. Patienten können demnach grundsätzlich selbst entscheiden, ob ärztliche Heileingriffe und medizinische Maßnahmen vorgenommen werden. Es gibt jedoch Situationen, in denen man nicht mehr dazu in der Lage ist, seinen Willen zum Ausdruck zu bringen. Eine medizinrechtliche Vorsorge in Form einer Patientenverfügung kann dem Patienten die Möglichkeit geben, im Voraus zu definieren, welche Behandlungen in welchen Situationen durchgeführt werden sollen. Gleichzeitig kann man mit einer Patientenverfügung also festlegen, in welchen Fällen von medizinischen Behandlungen abgesehen werden soll. Besteht keine Aussicht auf Heilung, kann das Leiden des Betroffenen so gemindert werden. Gemäß § 1901a BGB ist eine rechtskräftig errichtete Patientenverfügung in Deutschland verbindlich.

Medizinrecht studieren

An zahlreichen Hochschulen besteht für Juristen die Möglichkeit, Medizinrecht zu studieren. Wer das Jura-Studium erfolgreich abgeschlossen und nun den Wunsch hat, sich auf das spannende und zugleich komplexe Medizinrecht zu konzentrieren, findet entsprechende Studiengänge, die angehenden Fachanwälten für Medizinrecht alle erforderlichen Kompetenzen vermitteln. Auch wenn man kein Arzt ist, muss man als Fachanwalt für Medizinrecht mit der Medizin und ihrer juristischen Auslegung vertraut sein. Rechtswissenschaftler, die dies erreichen wollen, indem sie ein Studium in Medizinrecht absolvieren, können so oftmals den Master of Laws erlangen und erwerben somit einen weiteren akademischen Grad. Die Berufstätigkeit als Rechtsanwalt setzt aber natürlich das erste Staatsexamen, ein Referendariat sowie das zweite Staatsexamen voraus.

Medizinrecht zu studieren, macht nicht nur Sinn, wenn man sich als Rechtsanwalt vornehmlich auf das Medizinrecht konzentrieren will, denn das Studium kann auch eine Karriere in Unternehmen der Pharmaindustrie, im öffentlichen Dienst, bei Pflege- oder Krankenversicherungen oder Ärztekammern ermöglichen.

Der Fachanwalt für Medizinrecht

Wer das Studium der Rechtswissenschaften erfolgreich abgeschlossen hat, kann sich in der Bundesrepublik Deutschland auf bestimmte Rechtsgebiete spezialisieren. Seit dem Jahr 2004 gehört auch das Medizinrecht zu diesen Rechtsgebieten, so dass die Möglichkeit besteht, den Titel Fachanwalt für Medizinrecht zu erlangen. Definiert ist dieser im Berufsrecht der Rechtsanwälte und wurde im Zuge einer Plenarsitzung der dritten Satzungsversammlung der Bundesrechtsanwaltskammer im November 2004 verabschiedet. Seitdem ist das Medizinrecht ein wichtiger Teilbereich des deutschen Rechts, der für Patienten und Ärzte gleichermaßen relevant ist.

Aufgrund der hohen Komplexität des Medizinrechts muss ein Fachanwalt für Medizinrecht umfassendes Fachwissen haben und sich intensiv mit allen relevanten Aspekten auskennen. Dazu gehören unter anderem das Berufsrecht der Heilberufe, das Recht der privaten und gesetzlichen Krankenversicherung sowie die zivilrechtliche und strafrechtliche Haftung in Zusammenhang mit medizinischen Behandlungen. Weiterhin darf man unter anderem auch das Krankenhausrecht und das Apothekenrecht nicht außer Acht lassen. Unabhängig um welchen Aspekt der Medizin es geht, ist ein Fachanwalt für Medizinrecht der Experte für diesbezügliche juristische Themen.

Wenn es um juristische Probleme in Zusammenhang mit medizinischen Themen geht, sind Fachanwälte für Medizinrecht die richtigen Ansprechpartner. Im Rahmen einer ausführlichen Rechtsberatung kann man zunächst die Möglichkeiten kennenlernen und sich erkundigen, wie man juristisch in dem jeweiligen Fall vorgehen kann.