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Kindergeld

Kindergeld gehört hierzulande zu den bedeutendsten Leistungen, die sich an Familien mit Kindern wenden. Wer Kinder aufzieht, muss durch Pausen in der Erwerbstätigkeit mit Einkommenseinbußen leben. Der Gesetzgeber will mit dieser Leistung zu einer teilweisen Entlastung beitragen und zahlt unabhängig vom individuellen Einkommen für jedes Kind bis zur Vollendung seines 18. Lebensjahres Kindergeld. Die Höhe richtet sich nach der Kinderzahl und wird ab dem dritten Kind gestaffelt ausgezahlt. Bekommen die ersten beiden Kinder seit Januar 2010 je 184 Euro monatlich, werden für das dritte Kind 190 Euro und für jedes weitere 215 Euro gezahlt.

Werden bestimmte Voraussetzungen erfüllt, kann Kindergeld auch über diese Altersgrenze hinaus ausgezahlt werden. Befindet sich beispielsweise ein volljähriges Kind in der Ausbildung, zahlt der Staat bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres weiter, sofern ein Ausbildungsverhältnis nachgewiesen werden kann. Im Sinne des geltenden Rechts umschreibt eine Berufsausbildung eine Ausbildung für den späteren Beruf. Familienkassen erkennen alle Ausbildungsbemühungen an, die das Ziel verfolgen, eine Erwerbsgrundlage zu schaffen. Hierfür werden schriftliche Nachweise verlangt, um einen weiteren Anspruch auf die Zahlung von Kindergeld zu gewährleisten. Neben einer betrieblichen Ausbildung kann ein Anspruch auf Kindergeld über die Vollendung des 18. Lebensjahres hinaus fortgeführt werden, wenn das Kind studiert. Eine aktuelle Immatrikulationsbescheinigung muss in jedem Semester der Kindergeldkasse vorgelegt werden.

Kindergeld – Zahlung auch in besonderen Fällen

Hat ein Kind seine Ausbildung unterbrochen oder bis zur Vollendung seines 25. Lebensjahres keinen Ausbildungsplatz erhalten, kann innerhalb dieses Zeitraumes weiterhin Kindergeld bezogen werden. Gleiche Bedingungen gelten für Kinder, die nach ihrer Ausbildung keinen Arbeitsplatz haben, und zwar bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres. Einen weiteren Sonderfall bildet die Zeit zwischen zwei separaten Ausbildungen. Über einen Zeitraum von vier Monaten kann übergangsweise Kindergeld für Kinder bis zum 25. Lebensjahr bezogen werden. Jedoch gilt, dass der folgende Ausbildungsabschnitt spätestens bis zum fünften Kalendermonat nach der Beantragung von Kindergeld begonnen werden muss.

Über das 25. Lebensjahr hinaus können behinderte Kinder Kindergeld beziehen. Auch hier sind besondere Bedingungen zu erfüllen. Ist die individuelle Behinderung der Grund dafür, dass das betreffende Kind nicht selber für seinen Lebensunterhalt sorgen kann, zahlen die Familienkassen weiter. Leben Kinder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft oder sind verheiratet, muss die jeweilige Familienkasse die weiteren Umstände prüfen. Hier kann nur in speziellen Fällen ein weiterer Bezug von Kindergeld gewährleistet werden. Ausgenommen von einer kontinuierlichen Kindergeldzahlung sind die Monate für einen geleisteten Grundwehr- oder einen Zivildienst.