zurecht

MPU

Die MPU ist eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung, die man nach einem Führerscheinverlust durch schwerwiegende Fälle von Ordnungswidrigkeiten oder häufigen Verstößen gegen das Straßenverkehrsgesetz bestehen muss. Dazu gehören Alkohol- und Drogenverstöße sowie das Erreichen von 18 Punkten im Verkehrszentralregister Flensburg. Laut des Straßenverkehrsgesetzes liegt die Alkoholgrenze derzeit bei 0,5 Promille Alkohol im Blut. Fällt ein Verkehrsteilnehmer wiederholt mit einem Wert über dieser Grenze auf, kann eine MPU verlangt werden. Wird der Alkoholwert von 1,6 Promille überschritten, verliert man in jedem Fall sofort den Führerschein und es folgt eine MPU, wenn man diesen wieder zurück bekommen möchte. Auch bei dem Konsum illegaler Drogen erfolgt ein Führerscheinentzug, selbst wenn man nicht unter dem Einfluss von Drogen gefahren ist. Nur bei Cannabis gibt es Sonderregelungen. Wird eine MPU angeordnet, so geschieht dies durch die zuständige Führerscheinstelle. Mit dieser Untersuchung soll die charakterliche Eignung zur Teilnahme am Straßenverkehr überprüft werden. In vier verschiedenen Teilen müssen die Prüflinge an medizinischen, schriftlichen, sprachlichen sowie allgemeinen Reaktionstests teilnehmen. Anschließend erstellt der Gutachter eine Prognose, ob von dem Verkehrsteilnehmer in Zukunft weitere Verstöße gegen das Straßenverkehrsgesetz zu erwarten sind oder nicht. Fällt man durch die MPU durch, kann man diese so oft man möchte wiederholen. Jedoch ist dies mit erheblichen Kosten verbunden.

MPU ist kein leichter Test – Vorbereitung hilft

In der Umgangssprache wird die MPU oftmals als „Idiotentest“ bezeichnet, da man sich häufig wie ein „Idiot“ im Straßenverkehr verhalten hat, um bis zu dieser Untersuchung zu gelangen. Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung ist jedoch schwieriger als viele denken. Ein großer Prozentteil der Teilnehmer fällt durch. Eine gute Vorbereitung kann helfen, den Test zu bestehen und den Führerschein zurück zu bekommen. Der Psychologe, der die Untersuchung durchführt, muss davon überzeugt sein, dass die Probleme (Alkohol oder Drogen), die zu dem Führerscheinentzug geführt haben, behoben sind. Eine Aufarbeitung der Gründe, die zu dem Führerscheinverlust geführt haben, ist daher in jedem Fall sinnvoll. Es gibt zahlreiche Anbieter von MPU-Vorbereitungen. Viele geben positive Garantien und kosten eine Menge Geld. Um unseriöse Angebote zu umgehen, sollte man sich vorher bei seiner Gutachterstelle über mögliche Vorbereitungen informieren. Die Gutachterstelle, bei der die MPU abgenommen wird, muss amtlich anerkannt sein. Dazu gehören der TÜV, die AVUS und weitere Institutionen. Man muss der zuständigen Führerscheinstelle vorher mitteilen, wo man die MPU durchführen lassen möchte. Ist man durch den Test gefallen, kann man frühestens sechs Monate nach dem letzten Gutachten wieder an einer Prüfung teilnehmen. Die Kosten sind dieselben wie für die erste Untersuchung.

MPU-Beratung lohnt sich

Menschen, denen der Führerschein entzogen wurde und die nun an der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung teilnehmen müssen, um diesen wiederzuerlangen, haben zumeist unzählige Fragen zur MPU. Die Führerscheinstelle ist diesbezüglich jedoch nicht zwingend die richtige Anlaufstelle. Oftmals dient dann das Internet als zentrale Informationsquelle. Grundsätzlich finden sich online zwar umfassende Informationen rund um die MPU, doch nicht alle Angaben entsprechen der Wahrheit oder sind aktuell. Folglich ist es sinnvoll, eine professionelle MPU-Beratung in Anspruch zu nehmen. Es existieren verschiedene Beratungsstellen, die in der Regel auch bezüglich der Vorbereitung umfassende Unterstützung bieten.

Wer seinen Führerschein möglichst rasch zurückbekommen und nicht in etwaige Fallen der Bürokratie tappen will, sollte sich somit an eine MPU-Beratung wenden und sich so einen kompetenten Ansprechpartner suchen. Nachfolgend finden Interessierte eine Auswahl häufiger Fragen rund um die MPU, die bereits für einen ersten Überblick sorgen.

Wo muss man die MPU beantragen?

Die meisten Menschen, denen die Fahrerlaubnis entzogen wurde, möchten ihren Führerschein früher oder später zurückerlangen. Zu diesem Zweck bedarf es einer erneuten Beantragung der Fahrerlaubnis, die in der Regel mindestens ein Vierteljahr vor dem Ende der etwaigen Sperrfrist erfolgen sollte. Je nach Grund für den Fahrerlaubnisentzug kann dann eine MPU erforderlich sein, die üblicherweise angeordnet wird. Es macht aber Sinn, diese eigenständig zu beantragen, um die laufenden Prozesse ein wenig zu beschleunigen. Diesbezüglich muss man sich stets an die zuständige Führerscheinstelle wenden.

Wo kann man die MPU am besten machen?

Wer glaubt, er könne seine Chancen auf eine positive MPU erhöhen, indem er sich die Prüfungsstelle aussucht, muss in der Regel rasch feststellen, dass ausschließlich amtlich anerkannte Begutachtungsstellen für Fahreignung, kurz BfF, eine MPU durchführen dürfen. Nichtsdestotrotz ergeben sich gewisse Wahlmöglichkeiten, denn in der Bundesrepublik Deutschland existieren mehrere Träger, die über die Zulassung der Bundesanstalt für Straßenwesen verfügen.

Große Vorteile darf man bei der Wahl einer bestimmten Begutachtungsstelle allerdings nicht erwarten, denn es gelten einheitliche Richtlinien und Standards. Auf diese Art und Weise hat der deutsche Gesetzgeber ein objektives und neutrales System zur Durchführung Medizinisch-Psychologischer Untersuchungen geschaffen. Folglich spielt es keine Rolle, wo man die MPU macht.

Wann kann man die MPU wiederholen?

Falls man die MPU nicht bestanden hat, muss man sich nicht gleich endgültig vom Führerschein verabschieden, sondern kann die Untersuchung wiederholen. Hierzu bietet sich es sich an, zunächst das negative Gutachten genau zu studieren, um aus den gemachten Fehlern zu lernen. Eine definierte Wartezeit oder Sperrfrist existiert nicht, so dass man die Wiederholung umgehend in Angriff nehmen kann.

Kann man die MPU umgehen?

Nicht erst, wenn man die MPU nicht bestanden hat, kommt bei vielen Menschen der Wunsch auf, die Medizinisch-Psychologische Untersuchung zu umgehen. Gängige Praxis ist dabei unter anderem, den EU-Führerschein ohne MPU im europäischen Ausland zu machen. Darüber hinaus ist auch die MPU-Verjährungsfrist erwähnenswert, denn mitunter kann die Pflicht zur Teilnahme an der Untersuchung zur Wiedererlangung des Führerscheins nach einigen Jahren verfallen. Mitunter muss man dann allerdings bis zu 15 Jahre ohne Fahrerlaubnis zurechtkommen.

Worauf kommt es bei der MPU an?

Eine angeordnete MPU sorgt in der Regel für große Unsicherheiten, weil man schlichtweg nicht weiß, worauf es ankommt. Ganz grundsätzlich hat die Untersuchung das Ziel, die Entwicklung der Verkehrsbewährung des Teilnehmers zu prognostizieren. Folglich muss man in erster Linie glaubhaft machen, dass kein Zweifel an der Verkehrsbewährung bestehen kann. Im Zuge dessen ist es erforderlich, sich einsichtig zu zeigen und eine nachhaltige Veränderung der eigenen Einstellung und des Verhaltens zu belegen.

Was kostet die MPU?

Eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung ist für den Teilnehmer, der seine Fahrerlaubnis zurückerhalten möchte, mit gewissen Kosten verbunden, deren Höhe vom jeweiligen Einzelfall abhängt. Im Durchschnitt muss man mit 350 Euro bis 600 Euro rechnen. Ist eine Wiederholung erforderlich, werden erneut die gesamten MPU-Gebühren fällig. Folglich kann es sich lohnen, eine mitunter kostenintensive, aber effektive Vorbereitung zu absolvieren.