Steuerrecht · Stand September 2026
Schenkungssteuer berechnen: Tabelle, Steuersätze und Rechenbeispiele
Die Schenkungssteuer beträgt je nach Steuerklasse und Wert zwischen 7 und 50 Prozent des Betrags, der nach Abzug des Freibetrags übrig bleibt. Der Steuersatz aus der Tabelle gilt für den gesamten steuerpflichtigen Betrag, ein Härteausgleich mildert den Sprung knapp über einer Wertgrenze.[1]
Geprüft am 29.09.2026 gegen Gesetzestext und amtliche Angaben · 2 Quellen · 6 Min. Lesezeit
Schenkungssteuer-Tabelle: die Steuersätze
Wenn eine Schenkung die vom Gesetzgeber gewährten Freibeträge übersteigt, muss sie versteuert werden. Die Schenkungssteuer-Höhe hängt von zwei Parametern ab: Einerseits ist die Höhe des zu versteuernden Werts der Schenkung maßgeblich, andererseits die gesetzlich definierte Beziehung des Beschenkten zum Schenkenden.[1]
| steuerpflichtiger Wert bis einschließlich | Steuerklasse I | Steuerklasse II | Steuerklasse III |
|---|---|---|---|
| 75.000 Euro | 7 % | 15 % | 30 % |
| 300.000 Euro | 11 % | 20 % | 30 % |
| 600.000 Euro | 15 % | 25 % | 30 % |
| 6.000.000 Euro | 19 % | 30 % | 30 % |
| 13.000.000 Euro | 23 % | 35 % | 50 % |
| 26.000.000 Euro | 27 % | 40 % | 50 % |
| über 26.000.000 Euro | 30 % | 43 % | 50 % |
Bei nahen Verhältnissen, wie zu Ehegatten und Kindern, beginnt die Schenkungssteuer also mit 7 % für einen steuerpflichtigen Wert bis 75.000 Euro und steigt bis zu einem Spitzensteuersatz von 30 % für Werte über 26 Millionen Euro. Fernere Verwandte, zu denen auch Geschwister gehören, haben Schenkungssteuern zwischen 15 und 43 % in Kauf zu nehmen, übrige Beschenkte zwischen 30 und 50 %.[1]
Welche Steuerklasse gilt für wen?
Für die Bemessung der Schenkungssteuer-Höhe ist es nicht maßgeblich, welche Gefühle und Motive zum Geschenk geführt haben, so bedauerlich das auch sein mag. Sehr strikt teilt der Gesetzgeber Steuerklassen zur Bemessung der Schenkungssteuer ein. Und da sind die rechtlich erfassbaren nahen Verhältnisse (Ehegatten, Kinder, Enkel) eindeutig am besten gestellt.[1]
| Beschenkte Person | Steuerklasse | Freibetrag |
|---|---|---|
| Ehegatte, eingetragener Lebenspartner | I | 500.000 Euro |
| Kinder, Stiefkinder, Enkel mit verstorbenem Elternteil | I | 400.000 Euro |
| Enkel | I | 200.000 Euro |
| Eltern, Großeltern, Geschwister, Nichten, Neffen, Schwiegerkinder, Schwiegereltern | II | 20.000 Euro |
| alle übrigen | III | 20.000 Euro |
Treueste Freunde und auch langjährige Lebensgefährten ohne Trauschein lassen sich in dieser Hinsicht nicht erfassen: Auch sie sehen sich bei größeren Schenkungen mit Schenkungssteuern in Höhe von 30 bis 50 % konfrontiert. Eltern und Großeltern stehen nur beim Erben in Steuerklasse I, bei einer Schenkung in Steuerklasse II.[1]
Schenkungssteuer selbst berechnen: der Rechenweg
Viele Menschen möchten sich zunächst selbst informieren und greifen daher mitunter auf Schenkungssteuer-Rechner zurück, die online zur freien Verfügung stehen. Grundsätzlich können derartige Tools von großem Nutzen sein, man sollte sich allerdings nicht blind auf die Angaben verlassen und durchaus in der Lage sein, die Höhe der Schenkungssteuer selbst zu berechnen. Laien scheuen vor Steuerangelegenheiten oftmals zurück, doch bei näherer Betrachtung erweist sich die Kalkulation der Schenkungssteuer als nicht allzu kompliziert. Zunächst gilt es festzustellen, welchen Freibetrag der Beschenkte geltend machen kann und welcher Steuerklasse er angehört.
- Wert ermitteln. Maßgeblich ist die Bereicherung des Beschenkten am Tag der Ausführung der Schenkung. Immobilien setzt das Finanzamt grundsätzlich mit dem Verkehrswert an.[1][2]
- Frühere Schenkungen addieren. Schenkungen derselben Person aus den letzten zehn Jahren werden mit ihrem damaligen Wert hinzugerechnet.[1]
- Freibetrag abziehen. Zieht man den Freibetrag vom Wert der Schenkung ab, ergibt sich der zu versteuernde Schenkungswert. Er wird auf volle 100 Euro abgerundet.[1]
- Steuersatz ablesen. In der Schenkungssteuertabelle, die in § 19 ErbStG zu finden ist, lässt sich der Steuersatz dann ganz einfach ablesen. Er gilt für den gesamten steuerpflichtigen Betrag.[1]
- Härteausgleich und Anrechnung prüfen. Liegt der Wert knapp über einer Wertgrenze, greift der Härteausgleich. Bei früheren Schenkungen wird die Steuer abgezogen, die auf sie entfallen wäre.[1]
Übernimmt der Schenker die Schenkungssteuer, gilt die übernommene Steuer als weiteres Geschenk. Der steuerpflichtige Wert steigt dann um diesen Betrag.[1]
Rechenbeispiele: Kind, Enkel, Lebensgefährtin
Geldschenkung an ein Kind: Die Mutter schenkt ihrer Tochter 500.000 Euro.
| Wert der Schenkung | 500.000 Euro |
| minus Freibetrag Kind | - 400.000 Euro |
| steuerpflichtig | 100.000 Euro |
| Steuer: 11 Prozent | 11.000 Euro |
Haus an einen Enkel: Enkel können bei einer Schenkung einen Freibetrag von je 200.000 Euro geltend machen. Liegt der Wert des betreffenden Hauses beispielsweise bei 450.000 Euro, verlangt der Fiskus elf Prozent von dem Wert abzüglich des Freibetrags.
| Verkehrswert des Hauses | 450.000 Euro |
| minus Freibetrag Enkel | - 200.000 Euro |
| steuerpflichtig | 250.000 Euro |
| Steuer: 11 Prozent | 27.500 Euro |
Schenkung an die Lebensgefährtin: Ein unverheirateter Partner schenkt 100.000 Euro.
| Wert der Schenkung | 100.000 Euro |
| minus Freibetrag Steuerklasse III | - 20.000 Euro |
| steuerpflichtig | 80.000 Euro |
| Steuer: 30 Prozent | 24.000 Euro |
Nach einer Heirat stünde der Partnerin für dieselbe Schenkung ein Freibetrag von 500.000 Euro zu, die Steuer fiele ganz weg.[1]
Schenkungssteuer bei 1 Million Euro
Wie stark die Steuerklasse wirkt, zeigt eine Schenkung von 1 Million Euro ohne frühere Schenkungen:[1]
| Beschenkte Person | steuerpflichtig | Satz | Steuer |
|---|---|---|---|
| Ehegatte | 500.000 Euro | 15 % | 75.000 Euro |
| Kind | 600.000 Euro | 15 % | 90.000 Euro |
| Enkel | 800.000 Euro | 19 % | 152.000 Euro |
| Bruder, Nichte | 980.000 Euro | 30 % | 294.000 Euro |
| Freund, Lebensgefährtin | 980.000 Euro | 30 % | 294.000 Euro |
Zwischen 600.000 Euro und 6 Millionen Euro steuerpflichtigem Wert liegen die Steuerklassen II und III gleichauf bei 30 Prozent. Erst darüber zahlen Nichtverwandte mit 50 Prozent deutlich mehr.[1]
Härteausgleich: knapp über der Wertgrenze
Weil der Steuersatz für den ganzen Betrag gilt, würde schon ein Euro über einer Wertgrenze die Steuer sprunghaft erhöhen. Das verhindert der Härteausgleich: Die Mehrsteuer gegenüber der Steuer an der letzten Wertgrenze wird nur erhoben, soweit sie bei Sätzen bis 30 Prozent aus der Hälfte und bei höheren Sätzen aus drei Vierteln des Betrags über der Grenze gedeckt werden kann.[1]
Beispiel: Eine Nichte erhält 100.000 Euro. Nach Abzug von 20.000 Euro Freibetrag sind 80.000 Euro steuerpflichtig, also 5.000 Euro mehr als die Wertgrenze von 75.000 Euro.
| Steuer ohne Härteausgleich: 20 Prozent von 80.000 Euro | 16.000 Euro |
| Steuer an der Wertgrenze: 15 Prozent von 75.000 Euro | 11.250 Euro |
| plus die Hälfte des Betrags über der Grenze (5.000 Euro) | + 2.500 Euro |
| Steuer mit Härteausgleich | 13.750 Euro |
Ebenso bei einem Kind, das 480.000 Euro erhält: Statt 11 Prozent von 80.000 Euro, also 8.800 Euro, zahlt es 5.250 Euro plus 2.500 Euro, zusammen 7.750 Euro.[1]
Frühere Schenkungen: Zusammenrechnung über zehn Jahre
Mehrere Schenkungen derselben Person innerhalb von zehn Jahren behandelt das Finanzamt wie eine. Es rechnet die früheren Schenkungen mit ihrem damaligen Wert zur neuen hinzu, ermittelt die Steuer für den Gesamtbetrag und zieht die Steuer ab, die auf die früheren Schenkungen entfallen wäre.[1]
Beispiel: Ein Vater schenkt seinem Sohn 2020 300.000 Euro und 2026 weitere 300.000 Euro.
| Schenkungen zusammen | 600.000 Euro |
| minus Freibetrag Kind | - 400.000 Euro |
| steuerpflichtig | 200.000 Euro |
| Steuer: 11 Prozent | 22.000 Euro |
| minus Steuer auf die Schenkung von 2020 (unter dem Freibetrag) | 0 Euro |
| Steuer 2026 | 22.000 Euro |
Liegt die erste Schenkung mehr als zehn Jahre zurück, steht der volle Freibetrag erneut zur Verfügung. Die Schenkung zu verheimlichen, dürfte auch nicht zielführend sein und sorgt nur für noch mehr Schwierigkeiten, schließlich liegt dann eine Steuerhinterziehung vor. Es bedarf aber keineswegs illegaler Tricks, um die Schenkungssteuer zu umgehen oder zumindest deutlich zu reduzieren. Wird ein bebautes Grundstück zu Lebzeiten auf den Ehegatten beziehungsweise Lebenspartner übertragen, kann eine solche Schenkung steuerfrei sein. Dies gilt für den Fall, dass das Objekt eine zu eigenen Wohnzwecken genutzte Wohnung umfasst.[1]
Weitere legale Wege zeigt die Seite Schenkungssteuer vermeiden.
Wer ist zuständig?
Die Steuer setzt das für die Erbschaft- und Schenkungsteuer zuständige Finanzamt fest, grundsätzlich das am Wohnsitz des Schenkers. Vorher fordert es in der Regel eine Schenkungssteuererklärung an.[2]
Anzeige und SchenkungssteuererklärungEinspruch innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe beim Finanzamt. Danach entscheidet das Finanzgericht.
Finanzgerichte in DeutschlandHäufige Fragen
- Wie viel Schenkungssteuer zahlt man auf 100.000 Euro?
Ein Kind oder Enkel zahlt nichts, weil 100.000 Euro unter dem Freibetrag liegen. Geschwister, Nichten und Neffen zahlen dank Härteausgleich 13.750 Euro, Freunde und Lebensgefährten 24.000 Euro. Frühere Schenkungen derselben Person aus zehn Jahren kommen hinzu.
- Wird die Schenkungssteuer auf den ganzen Betrag berechnet?
Nein, nur auf den Teil über dem persönlichen Freibetrag. Auf diesen Teil wird dann aber ein einheitlicher Steuersatz angewendet, nicht ein gestaffelter wie bei der Einkommensteuer.
- Wer muss die Schenkungssteuer bezahlen?
Steuerschuldner ist der Beschenkte, bei einer Schenkung aber auch der Schenker. Übernimmt der Schenker die Steuer freiwillig, erhöht sich der steuerpflichtige Wert um den übernommenen Betrag.
- Warum zahlen Geschwister so viel Schenkungssteuer?
Geschwister gehören zur Steuerklasse II. Sie haben nur 20.000 Euro Freibetrag und zahlen 15 bis 43 Prozent, also deutlich mehr als Kinder oder Enkel in Steuerklasse I.
- Zählt eine Schenkung von vor elf Jahren noch mit?
Nein. Zusammengerechnet werden nur Schenkungen derselben Person innerhalb von zehn Jahren. Ältere Schenkungen bleiben außen vor, der Freibetrag steht wieder voll zur Verfügung.
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Quellen
- Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG): § 9 · § 10 · § 13 · § 14 · § 15 · § 16 · § 19 · § 20
- Bayerisches Landesamt für Steuern: Häufig gestellte Fragen zur Erbschaft- und Schenkungsteuer
Prüfvermerk der Redaktion: Alle Beträge, Fristen und Voraussetzungen auf dieser Seite wurden am 29.09.2026 mit dem Wortlaut der Vorschriften auf gesetze-im-internet.de und den Angaben der zuständigen Behörden abgeglichen, auch Fristen und Zuständigkeiten, die hier ohne Fußnote stehen. Gesetze ändern sich; maßgeblich ist die Fassung, die zum Zeitpunkt Ihres Falles gilt.
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