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Steuerrecht · Stand September 2026

Kfz-Steuer Diesel vs. Benzin: Warum der Diesel mehr kostet

Ein Diesel-Pkw zahlt mehr Kfz-Steuer als ein gleich großer Benziner, weil der Hubraum beim Diesel mit 9,50 Euro statt 2 Euro je angefangene 100 Kubikzentimeter besteuert wird. Der CO2-Anteil der Steuer ist für beide Antriebe gleich.[1]

Geprüft am 29.09.2026 gegen Gesetzestext und amtliche Angaben · 3 Quellen · 5 Min. Lesezeit

Warum ist die Kfz-Steuer für Diesel höher?

Dieselkraftstoff wird an der Zapfsäule mit einem niedrigeren Energiesteuersatz belegt als Benzin. Nach Darstellung der Bundesregierung stehen diesem Vorteil höhere Steuersätze für Pkw mit Dieselmotor bei der Kraftfahrzeugsteuer gegenüber. Eine generelle steuerliche Förderung von Diesel gebe es deshalb nicht.[2]

Umgesetzt wird der Ausgleich über den Hubraum: Für Pkw mit Dieselmotor beträgt der Grundbetrag 9,50 Euro je angefangene 100 Kubikzentimeter, für Benziner 2 Euro. Der Betrag für den CO2-Ausstoß ist bei beiden Antrieben gleich hoch.[1]

Für den deutschen Gesetzgeber ist neben dem Hubraum und dem CO2-Ausstoß auch die Antriebsart eines Autos ein entscheidender Faktor für die Berechnung der Kfz-Steuer. Gleichzeitig dürfen Verbraucher nicht vergessen, dass der Zeitpunkt der Erstzulassung bei der Besteuerung auch eine wichtige Rolle spielt.

Wie hoch ist die Kfz-Steuer für Diesel und Benziner seit 2021?

Für Pkw, die ab dem 1. Januar 2021 erstmals zugelassen wurden, setzt sich die Jahressteuer aus einem Hubraumbetrag und einem CO2-Betrag zusammen. 95 g/km bleiben von der Besteuerung ausgenommen. Der darüber liegende Teil wird auf sechs Stufen aufgeteilt, die Einzelbeträge werden addiert.[1]

BestandteilBenzinerDiesel
je angefangene 100 cm³ Hubraum2,00 Euro9,50 Euro
CO2 über 95 bis 115 g/km2,00 Euro je g/km
CO2 über 115 bis 135 g/km2,20 Euro je g/km
CO2 über 135 bis 155 g/km2,50 Euro je g/km
CO2 über 155 bis 175 g/km2,90 Euro je g/km
CO2 über 175 bis 195 g/km3,40 Euro je g/km
CO2 über 195 g/km4,00 Euro je g/km

Beispiel: Zwei Neuwagen aus 2026 mit je 1.498 cm³ Hubraum und 120 g/km CO2. Der Hubraum zählt als 15 angefangene 100 cm³. CO2-Anteil für beide: 20 g/km × 2,00 Euro plus 5 g/km × 2,20 Euro = 51 Euro. Benziner: 15 × 2,00 Euro = 30 Euro, zusammen 81 Euro im Jahr. Diesel: 15 × 9,50 Euro = 142,50 Euro, zusammen 193,50 Euro, abgerundet 193 Euro im Jahr. Der Diesel kostet also 112 Euro mehr Kfz-Steuer.

Die zu zahlende Steuer wird auf volle Euro nach unten abgerundet.

Kfz-Steuer für Autos mit Erstzulassung von Juli 2009 bis 2020

Für Pkw mit einer Erstzulassung ab dem 1. Juli im Jahr 2009 gelten hinsichtlich der Kfz-Steuer andere Maßstäbe als für ältere Autos. Zu diesem Zeitpunkt wurde eine CO2-orientierte Kraftfahrzeugsteuer in Deutschland eingeführt, so dass für betreffende Fahrzeuge neben der Antriebsart und dem Hubraum der jeweilige CO2-Wert für die Besteuerung entscheidend ist.[1]

  • Für Benziner wird zunächst ein Grundbetrag in Höhe von 2,00 Euro je angefangene 100 ccm Hubraum erhoben. Zusätzlich fallen je g/km CO2-Ausstoß, der den betreffenden Grenzwert überschreitet, 2,00 Euro an.
  • Fahrzeuge mit Dieselmotor werden bei der Kraftfahrzeugsteuer zunächst mit 9,50 Euro Grundbetrag pro angefangene 100 ccm Hubraum veranschlagt. Weiterhin beläuft sich der CO2-abhängige Betrag je g/km über dem Grenzwert auf 2,00 Euro.[1]

Bei Erstzulassungen bis zum 31. Dezember 2011 gilt ein CO2-Wert von 120 g/km als steuerfrei in Deutschland. Fahrzeuge, die ab dem 1. Januar 2012 zum ersten Mal zugelassen wurden, bleiben bis 110 g/km steuerfrei. Für Erstzulassungen ab dem 1. Januar 2014 wurde der Wert auf 95 g/km gesenkt. Der Hubraumbetrag fällt in jedem Fall an.[1]

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Kfz-Steuer für Diesel und Benziner mit Erstzulassung bis 30. Juni 2009

Für Fahrzeuge, deren Erstzulassung bis zum 30. Juni des Jahres 2009 stattgefunden hat, sind im Rahmen der Kraftfahrzeugsteuer die Antriebsart, die Emissionsklasse und der Hubraum entscheidend. Benziner und Diesel-Fahrzeuge werden dabei pro angefangene 100 ccm Hubraum folgendermaßen besteuert:[1]

AbgasstufeBenzinerDiesel
Euro-3 und besser6,75 Euro15,44 Euro
Euro-27,36 Euro16,05 Euro
Euro-115,13 Euro27,35 Euro
Euro-0, früher ohne Ozonfahrverbot21,07 Euro33,29 Euro
übrige Euro-025,36 Euro37,58 Euro

Die Euro-Norm ergibt sich aus der Schlüsselnummer in Feld 14.1 der Zulassungsbescheinigung Teil I; maßgeblich sind die letzten beiden Ziffern.[1]

Welche Steuern sind auf Diesel und Benzin?

Auf Kraftstoff fällt Energiesteuer an, die der Staat je Liter erhebt. Sie beträgt für schwefelarmes Benzin 654,50 Euro und für schwefelarmen Diesel 470,40 Euro je 1.000 Liter. Das sind 65,45 Cent und 47,04 Cent je Liter, Diesel wird also um 18,41 Cent je Liter geringer besteuert.[3]

Vom 1. Mai bis 30. Juni 2026 galten vorübergehend niedrigere Sätze: 514,10 Euro je 1.000 Liter Benzin und 330,00 Euro je 1.000 Liter Diesel. Seit dem 1. Juli 2026 gelten wieder die regulären Sätze.[3]

Auf den Literpreis samt Energiesteuer kommt noch die Umsatzsteuer von 19 Prozent.

Wann lohnt sich ein Diesel trotz höherer Kfz-Steuer?

Abgesehen vom jeweiligen Verbrauch ist die Kraftfahrzeugsteuer ein wesentlicher Faktor für die Kosten, die ein Auto im Jahr verursacht. Ob sich eine gegebenenfalls höhere Steuer rechnet, hängt vor allem davon ab, wie viele Kilometer man etwa fährt.

Rechnung zum Beispiel oben: Der Diesel kostet 112 Euro mehr Kfz-Steuer im Jahr. Je Liter spart er 18,41 Cent Energiesteuer. Bei gleichem Literverbrauch gleicht sich das ab rund 610 Litern im Jahr aus (112 Euro geteilt durch 0,1841 Euro), ohne Umsatzsteuer gerechnet. Bei 6 Litern auf 100 Kilometer sind das gut 10.000 Kilometer.

Wer viel fährt, kann beim Verbrauch sparen, indem er sich für einen verbrauchsarmen Diesel entscheidet, schließlich ist Benzin höher besteuert, wodurch sich auch die höhere Kfz-Steuer lohnen kann. Die Rechnung berücksichtigt nur die Steuern, nicht Anschaffungspreis, Versicherung oder Wartung.[3]

Wann die Kfz-Steuer fällig wird und wie sie abgebucht wird, steht im Ratgeber Kfz-Steuer Fälligkeit.

Wer ist zuständig?

Kfz-Steuer

Das Hauptzollamt setzt die Kfz-Steuer fest und bucht sie ab. Den Bescheid gibt es nach der Zulassung automatisch.

Streit über den Steuerbescheid

Erst Einspruch beim Hauptzollamt innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe, danach Klage beim Finanzgericht Ihres Landes.

Finanzgerichte in Deutschland

Häufige Fragen

Quellen

  1. Generalzolldirektion, Zoll online: Steuerhöhe · Elektrofahrzeuge
  2. Deutscher Bundestag, hib 68/2017: Begünstigung von Dieselkraftstoff (Antwort der Bundesregierung, Drucksache 18/10909)
  3. Energiesteuergesetz (EnergieStG): § 2 · § 68

Prüfvermerk der Redaktion: Alle Beträge, Fristen und Voraussetzungen auf dieser Seite wurden am 29.09.2026 mit dem Wortlaut der Vorschriften auf gesetze-im-internet.de und den Angaben der zuständigen Behörden abgeglichen, auch Fristen und Zuständigkeiten, die hier ohne Fußnote stehen. Gesetze ändern sich; maßgeblich ist die Fassung, die zum Zeitpunkt Ihres Falles gilt.

Diese Seite erklärt die Rechtslage allgemein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall.

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