Steuerrecht · Stand September 2026
Steuer-Identifikationsnummer: Was die Steuer-ID ist, wo sie steht und wie man sie bekommt
Die steuerliche Identifikationsnummer ist eine elfstellige Nummer, die das Bundeszentralamt für Steuern jedem Menschen in Deutschland einmal und dauerhaft zuteilt. Sie enthält keine Angaben über die Person und ändert sich weder bei einem Umzug noch bei Heirat oder Namensänderung.[1]
Geprüft am 29.09.2026 gegen Gesetzestext und amtliche Angaben · 3 Quellen · 4 Min. Lesezeit
Was ist die Steuer-Identifikationsnummer?
Das Bundeszentralamt für Steuern teilt jedem Steuerpflichtigen ein einheitliches und dauerhaftes Merkmal zur eindeutigen Identifizierung in Besteuerungsverfahren zu, die Identifikationsnummer. Eine Person darf nur eine Identifikationsnummer erhalten, und jede Nummer wird nur einmal vergeben.[2]
Die Steuer-ID ist elf Ziffern lang: zehn Ziffern und eine Prüfziffer. Sie enthält keine Informationen über die betreffende Person, also weder Geburtsdatum noch Wohnort. Die Steuer-Identifikationsnummer wird einmalig vergeben und ist dann das gesamte Leben lang gültig.[1]
Wann bekommt man eine Steuer-ID?
Die dazu notwendigen Informationen bekommt die Steuerbehörde aus den Melderegistern der Kommunen. Es ist also nicht notwendig, in dieser Hinsicht selbst tätig zu werden. In der Regel bekommt man seine Steuer-ID automatisch per Post zugesandt, sobald die Meldebehörde dem Bundeszentralamt für Steuern die Daten übermittelt hat.[1]
- Neugeborene: Das BZSt schickt die Nummer des Kindes per Post, sobald die Meldebehörde die Geburt übermittelt hat. Der Nachname des Kindes muss am Briefkasten stehen.
- Zuzug aus dem Ausland: Die Nummer kommt nach der ersten Anmeldung. Ist sie drei Monate nach der Anmeldung noch nicht da, können Sie dem BZSt eine Kopie des Ausweises und der Meldebestätigung schicken.
- Arbeit in Deutschland ohne Wohnsitz hier, etwa bei Saisonarbeit: Die Zuteilung veranlasst das Betriebsstättenfinanzamt des Arbeitgebers.[1]
Wofür braucht man die Steuer-ID?
Die Steuer-ID ist bei Anträgen, Erklärungen und Mitteilungen gegenüber Finanzbehörden anzugeben, vor allem in der Einkommensteuererklärung. Andere Stellen dürfen sie ohne Einwilligung nur nutzen, soweit sie Daten an die Finanzbehörden übermitteln müssen oder eine Rechtsvorschrift es erlaubt.[2]
Angegeben werden kann die Identifikationsnummer nicht nur beim Finanzamt, sondern zum Beispiel auch bei den Krankenkassen, Rentenversicherungen, Arbeitgebern und den Trägern von Sozialleistungen, kurz bei allen Stellen, die den Finanzbehörden steuerlich wichtige Daten melden müssen, etwa Renten oder Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Auch die Familienkasse fragt nach der Nummer.[1]
- Neuer Job: Beim Eintritt in ein Arbeitsverhältnis müssen Sie dem Arbeitgeber Ihre Steuer-ID und Ihr Geburtsdatum mitteilen, damit er Ihre Steuerklasse und Freibeträge abrufen kann.
- Kindergeld: Der Anspruch setzt voraus, dass Eltern und Kind über ihre Steuer-ID identifiziert werden. Wird die Nummer nachträglich vergeben, wirkt das auf die Monate zurück, in denen die übrigen Voraussetzungen vorlagen.[3]
Seit dem Identifikationsnummerngesetz wird die Nummer zudem als zusätzliches Ordnungsmerkmal in bestimmten Registern von Bund und Ländern geführt. Behörden sollen so Daten einer Person eindeutig zuordnen und bereits vorhandene Nachweise nicht erneut anfordern müssen.
Wo steht die Steuer-Identifikationsnummer?
Das erste Schreiben des Bundeszentralamts für Steuern mit der Nummer bewahren viele nicht auf. In der Regel finden Sie Ihre Steuer-ID aber auch auf Ihrem letzten Einkommensteuerbescheid oder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung.[1]
Die Steuer-ID ist folglich von großer Bedeutung, so dass Verbraucher diese stets zur Hand haben sollten. In zahlreichen Formularen wird die Angabe der ID verlangt. Achten Sie auf Verwechslungen: Die Steuernummer auf demselben Bescheid ist eine andere Nummer, die das zuständige Finanzamt vergibt.
Steuer-ID verloren: So fordern Sie sie neu an
Hat man den Bescheid, in dem das Bundeszentralamt für Steuern die persönliche Steuer-Identifikationsnummer mitgeteilt hat, verloren, lohnt es sich, im Einkommensteuerbescheid oder auf der Lohnsteuerbescheinigung nachzusehen. Ansonsten kann man sich an das Bundeszentralamt für Steuern wenden und dort seine Identifikationsnummer anfordern: über das Eingabeformular auf der Internetseite des BZSt, über das BZSt Online-Portal oder per Brief.[1]
Das BZSt braucht dafür Name, Vorname, Meldeanschrift, Geburtsdatum und Geburtsort. Die Behörde schickt die ID dann an die aktuelle Meldeadresse. Aus Datenschutzgründen wird die Nummer nur per Brief mitgeteilt, am Telefon darf sie nicht genannt werden. An eine andere Anschrift geht sie nur mit schriftlicher Vollmacht und Kopie des Ausweises.[1]
Steuer-ID, Steuernummer und Umsatzsteuer-ID: der Unterschied
| Nummer | Wer vergibt sie | Wofür |
|---|---|---|
| Steuerliche Identifikationsnummer | Bundeszentralamt für Steuern | jede natürliche Person, ein Leben lang |
| Steuernummer | das zuständige Finanzamt | Ihr Steuerfall bei diesem Finanzamt |
| Wirtschafts-Identifikationsnummer | auf Anforderung des Finanzamts, beginnt mit DE | wirtschaftlich Tätige, also Unternehmen und Selbstständige |
| Umsatzsteuer-Identifikationsnummer | Bundeszentralamt für Steuern | Unternehmer im Handel innerhalb der EU |
Die Wirtschafts-Identifikationsnummer wird auf Anforderung der zuständigen Finanzbehörde vergeben und beginnt mit den Buchstaben DE. Wie Unternehmer die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer bekommen, erklärt der Ratgeber USt-IdNr. beantragen.[2]
Wer ist zuständig?
Bundeszentralamt für Steuern, Referat St II 7, 11055 Berlin, oder das Eingabeformular auf bzst.de. Fragen zur Nummer beantwortet das Service-Team des BZSt telefonisch, die Nummer selbst kommt aber nur per Post.
Hinweise auf eine doppelte Steuer-ID nimmt das BZSt entgegen und klärt sie mit Meldebehörde und Finanzamt. Die Nummer selbst bleibt auch bei Heirat, Umzug oder Namensänderung gleich.
Häufige Fragen
- Wie viele Ziffern hat die Steuer-ID?
Elf. Zehn Ziffern lassen keine Rückschlüsse auf die Person zu, die elfte ist eine Prüfziffer.
- Hat jeder eine Steuer-ID?
Ja, jeder Mensch, der in Deutschland gemeldet ist, auch Kinder und Rentner. Wer nur hier arbeitet, aber im Ausland wohnt, bekommt sie über das Finanzamt des Arbeitgebers.
- Ändert sich die Steuer-ID bei Heirat oder Umzug?
Nein. Die Nummer bleibt ein Leben lang gleich, auch bei Umzug, Namensänderung oder Änderung des Familienstands.
- Was tun, wenn ich zwei Steuer-IDs habe?
Das kommt vor, wenn Daten einer Person mehrfach erfasst wurden. Geben Sie dem BZSt einen Hinweis. Bestätigt sich die Mehrfacherfassung, gilt grundsätzlich die zuerst zugeteilte Nummer, die anderen werden stillgelegt.
Quellen
- Bundeszentralamt für Steuern (BZSt): Die Identifikationsnummer · Fragen und Antworten zur IdNr
- Abgabenordnung (AO): § 139a · § 139b · § 139c
- Einkommensteuergesetz (EStG): § 39e · § 62 · § 63
Prüfvermerk der Redaktion: Alle Beträge, Fristen und Voraussetzungen auf dieser Seite wurden am 29.09.2026 mit dem Wortlaut der Vorschriften auf gesetze-im-internet.de und den Angaben der zuständigen Behörden abgeglichen, auch Fristen und Zuständigkeiten, die hier ohne Fußnote stehen. Gesetze ändern sich; maßgeblich ist die Fassung, die zum Zeitpunkt Ihres Falles gilt.
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