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Arbeitsrecht Ratgeber · Stand September 2026

Elterngeld und Elternzeit: wie beides zusammenhängt

Elternzeit und Elterngeld sind zwei getrennte Ansprüche: Die Elternzeit stellt Sie beim Arbeitgeber unbezahlt frei, das Elterngeld ersetzt einen Teil des wegfallenden Einkommens. Elterngeld gibt es in Höhe von 65 bis 67 Prozent des Einkommens vor der Geburt, mindestens 300 und höchstens 1.800 Euro im Monat.[1]

Geprüft am 29.09.2026 gegen Gesetzestext und amtliche Angaben · 1 Quellen · 6 Min. Lesezeit

Was ist der Unterschied zwischen Elternzeit und Elterngeld?

Wer ein Kind betreut, kann arbeitsrechtlich geschützt seine Erwerbstätigkeit ruhen lassen oder einschränken. Dafür gibt es die Elternzeit. Im Rahmen der Elternzeit ist eine unbezahlte Freistellung vom Arbeitgeber von der Geburt des Kindes bis zu dessen dritten Lebensjahr möglich. Bis zu 24 Monate davon können Sie auf die Zeit zwischen dem dritten und dem achten Geburtstag verschieben.[1]

Das Elterngeld ist dagegen eine staatliche Leistung. Es zahlt nicht der Arbeitgeber, sondern die Elterngeldstelle Ihres Bundeslandes. Voraussetzung ist unter anderem, dass Sie Ihr Kind selbst betreuen und nicht voll erwerbstätig sind, also höchstens 32 Wochenstunden arbeiten.[1]

Beides greift ineinander, ist aber nicht aneinander gekoppelt. Arbeitnehmer nehmen für die Monate mit Elterngeld in der Regel Elternzeit. Selbstständige und Menschen ohne Arbeitsverhältnis können Elterngeld auch ohne Elternzeit bekommen, weil sie keine Freistellung brauchen.[1]

Wie viel Elterngeld gibt es?

Das Elterngeld richtet sich nach dem Einkommen vor der Geburt, vermindert um Steuern und Sozialabgaben. Bei Arbeitnehmern zählen die zwölf Kalendermonate vor dem Monat der Geburt, Monate mit Mutterschaftsgeld bleiben dabei außen vor.[1]

Einkommen vor der Geburt (netto)Elterngeld
unter 1.000 Euro67 Prozent, für je 2 Euro weniger 0,1 Punkte mehr, bis zu 100 Prozent
1.000 bis 1.200 Euro67 Prozent
über 1.200 Eurofür je 2 Euro mehr 0,1 Punkte weniger, bis auf 65 Prozent
kein EinkommenMindestbetrag 300 Euro
Höchstbetrag1.800 Euro

Beispiel: Eine Mutter hatte vor der Geburt 2.000 Euro Elterngeld-Netto. Der Satz sinkt für die 800 Euro über 1.200 Euro rechnerisch um 40 mal 0,1 Punkte, er fällt aber nicht unter 65 Prozent. Sie bekommt 65 Prozent von 2.000 Euro, also 1.300 Euro Basiselterngeld im Monat. Mit Elterngeld Plus wären es höchstens 650 Euro, dafür doppelt so lange.

Leben weitere kleine Kinder im Haushalt, gibt es einen Geschwisterbonus von 10 Prozent, mindestens 75 Euro. Bei Mehrlingen kommen für das zweite und jedes weitere Kind je 300 Euro dazu.[1]

Wie das Elterngeld-Netto genau berechnet wird, erklärt die Seite Elterngeld berechnen.

Wie lange gibt es Elterngeld in der Elternzeit?

Die staatliche Unterstützung durch Elterngeld orientiert sich nicht an Kalendermonaten, sondern an den Lebensmonaten des betreuten Kindes. Ist dieses am 15. eines Monats geboren, so kann der betreuende Elternteil ab diesem Datum monatsweise Elterngeld beziehen. Das hilft, Elternzeit und Elterngeld optimal zu kombinieren.[1]

VarianteMonatebis zum
Basiselterngeld12 für beide Eltern zusammen, plus 2 Partnermonate14. Lebensmonat
Elterngeld Plusje Basismonat 2 Monate mit halbem Betrag32. Lebensmonat, ab dem 15. ohne Lücke
Partnerschaftsbonus2 bis 4 zusätzliche Monate Elterngeld Plus je Elternteilgleichzeitig mit dem anderen Elternteil

Die zwei Partnermonate gibt es, wenn das Einkommen eines Elternteils in zwei Lebensmonaten gemindert ist. Ein Elternteil allein bekommt höchstens zwölf Monate Basiselterngeld und muss mindestens zwei Monate nehmen. Alleinerziehende können unter bestimmten Voraussetzungen auch die Partnermonate selbst nutzen.[1]

Wer sich entschließt, das Elterngeld nur hälftig in Anspruch zu nehmen, kann die Bezugsdauer so verdoppeln. Ab dem 15. Lebensmonat muss Elterngeld Plus lückenlos von mindestens einem Elternteil bezogen werden.[1]

Können beide Eltern gleichzeitig Elternzeit und Elterngeld nehmen?

Elternzeit: ja, ohne Einschränkung. Die Elternzeit kann, auch anteilig, von jedem Elternteil allein oder von beiden gemeinsam genommen werden.[1]

Basiselterngeld: nur eingeschränkt. Gleichzeitig bekommen beide Eltern Basiselterngeld nur in einem der ersten zwölf Lebensmonate des Kindes. Ausnahmen gelten bei Mehrlingen, Frühgeburten und Kindern mit Behinderung.[1]

Elterngeld Plus: Wer Elterngeld Plus bezieht, darf das parallel zum Basiselterngeld oder Elterngeld Plus des anderen Elternteils tun.[1]

Achtung bei den ersten Wochen: Monate, in denen der Mutter Mutterschaftsgeld zusteht, gelten als Monate, in denen sie Basiselterngeld bezieht. Nimmt der Vater direkt nach der Geburt zwei Monate Basiselterngeld, überschneidet sich das mit dem Mutterschutz, und der eine gemeinsame Monat ist verbraucht. Als Ausweg bleibt Elterngeld Plus für einen der beiden oder ein zeitversetzter Beginn.

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Partnerschaftsbonus: beide Eltern in Teilzeit

Arbeiten beide Eltern gleichzeitig zwischen 24 und 32 Wochenstunden im Durchschnitt des Lebensmonats, bekommt jeder für diesen Monat einen zusätzlichen Monatsbetrag Elterngeld Plus. Den Partnerschaftsbonus gibt es für mindestens zwei und höchstens vier Monate je Elternteil, und zwar gleichzeitig und in aufeinander folgenden Lebensmonaten.[1]

Stellt sich später heraus, dass die Stundenzahl in einem der Monate nicht gepasst hat, fällt der Bonus nur für diesen Monat weg, nicht für die ganze Zeit.[1]

Wie viel darf man mit Elterngeld arbeiten?

Während der Elternzeit dürfen Sie höchstens 32 Wochenstunden im Durchschnitt des Monats erwerbstätig sein. Dieselbe Grenze gilt für das Elterngeld.[1]

Verdienen Sie in einem Lebensmonat mit Elterngeld etwas dazu, zahlt die Elterngeldstelle nur den Prozentsatz des Unterschieds zwischen dem Einkommen vor und nach der Geburt. Als Einkommen vor der Geburt zählen dabei höchstens 2.770 Euro.[1]

Wann der Arbeitgeber Teilzeit während der Elternzeit gewähren muss, lesen Sie auf der Seite Teilzeit in der Elternzeit.

Elterngeld zu Ende, aber noch in Elternzeit

Das klassische Elterngeld kann allerdings nur 12 bis 14 Monate gewährt werden, die Elternzeit dauert bis zu drei Jahre. Dazwischen läuft die Elternzeit unbezahlt weiter. Der Kündigungsschutz bleibt: Während der Elternzeit darf der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis nicht kündigen.[1]

Welche Leistungen nach dem Elterngeld in Frage kommen, etwa Kindergeld, Kinderzuschlag oder Wohngeld, zeigt die Übersicht Finanzielle Unterstützung in der Elternzeit.

Einkommensgrenze: wann es kein Elterngeld gibt

Für Kinder, die ab dem 1. April 2025 geboren sind, entfällt der Anspruch, wenn die Eltern zusammen im letzten abgeschlossenen Veranlagungszeitraum vor der Geburt mehr als 175.000 Euro zu versteuerndes Einkommen hatten. Für Alleinerziehende gilt dieselbe Grenze für das eigene Einkommen. Für Geburten vom 1. April 2024 bis 31. März 2025 lag die Grenze bei 200.000 Euro.[1]

Maßgeblich ist das zu versteuernde Einkommen, nicht das Brutto. Die Elternzeit selbst ist von der Grenze nicht betroffen.

Elternzeit anmelden und Elterngeld beantragen

  • Elternzeit beim Arbeitgeber: spätestens sieben Wochen vor Beginn in Textform verlangen, für die Zeit nach dem dritten Geburtstag 13 Wochen vorher. Dabei legen Sie fest, für welche Zeiten innerhalb von zwei Jahren Sie Elternzeit nehmen.
  • Elterngeld bei der Elterngeldstelle: schriftlich beantragen. Rückwirkend gezahlt wird nur für die letzten drei Lebensmonate vor dem Monat, in dem der Antrag eingeht.
  • Änderungen: Die Aufteilung auf Basiselterngeld, Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonus können Sie bis zum Ende des Bezugszeitraums ändern, soweit die Monate noch nicht ausgezahlt sind.[1]

Wer ist zuständig?

Elterngeld

Die Elterngeldstelle am Wohnsitz des Kindes. Sie berät auch zur Elternzeit. Über Streit zum Elterngeld entscheiden die Sozialgerichte.[1]

Sozialgerichte in Deutschland
Elternzeit

Die Elternzeit verlangen Sie beim Arbeitgeber. Streit über Elternzeit, Teilzeit oder Kündigung gehört vor das Arbeitsgericht.

Arbeitsgerichte in Deutschland

Häufige Fragen

  • Wer zahlt das Elterngeld?

    Der Bund trägt die Kosten, ausgezahlt wird es von der Elterngeldstelle des Landes. Der Arbeitgeber zahlt in der Elternzeit weder Lohn noch Elterngeld.

  • Bekommen beide Eltern Elterngeld?

    Ja. Jeder Elternteil hat einen eigenen Anspruch, muss aber mindestens zwei Monate beziehen. Zusammen stehen den Eltern zwölf Monate Basiselterngeld zu, mit Partnermonaten 14.

  • Kann man Elterngeld und Elterngeld Plus kombinieren?

    Ja. Im Antrag legen Sie für jeden Lebensmonat fest, ob Sie Basiselterngeld oder Elterngeld Plus beziehen. Ein Basismonat lässt sich jeweils in zwei Monate Elterngeld Plus tauschen.

  • Wie lange ist die Elternzeit bezahlt?

    Die Elternzeit selbst ist unbezahlt. Bezahlt sind nur die Monate mit Elterngeld: bis zu 14 Monate Basiselterngeld für beide Eltern zusammen oder entsprechend länger mit Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonus.

Auch interessant: Elterngeld berechnen

Quellen

  1. Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG): § 1 · § 2 · § 2a · § 2b · § 4 · § 4a · § 4b · § 4c · § 7 · § 12 · § 13 · § 15 · § 16 · § 18 · § 28

Prüfvermerk der Redaktion: Alle Beträge, Fristen und Voraussetzungen auf dieser Seite wurden am 29.09.2026 mit dem Wortlaut der Vorschriften auf gesetze-im-internet.de und den Angaben der zuständigen Behörden abgeglichen, auch Fristen und Zuständigkeiten, die hier ohne Fußnote stehen. Gesetze ändern sich; maßgeblich ist die Fassung, die zum Zeitpunkt Ihres Falles gilt.

Diese Seite erklärt die Rechtslage allgemein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall.

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