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Arbeitsrecht Ratgeber · Stand September 2026

Elternzeit: Ihre Rechte, Dauer bis zum 8. Geburtstag und Anmeldung im Überblick

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Anspruch auf bis zu drei Jahre Elternzeit je Kind, davon bis zu 24 Monate zwischen dem dritten und dem achten Geburtstag. Die Elternzeit ist beim Arbeitgeber spätestens sieben Wochen vorher in Textform anzumelden, ab dem dritten Geburtstag 13 Wochen vorher.[1]

Geprüft am 29.09.2026 gegen Gesetzestext und amtliche Angaben · 3 Quellen · 5 Min. Lesezeit

Was ist Elternzeit und wer hat ein Recht darauf?

Elternzeit ist eine unbezahlte Freistellung von der Arbeit, damit Eltern ihr Kind selbst betreuen können. Das Arbeitsverhältnis bleibt bestehen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Anspruch auf Elternzeit, wenn sie mit ihrem Kind in einem Haushalt leben und dieses Kind selbst betreuen und erziehen. Dies gilt nicht nur für Vollzeitkräfte, sondern auch für Teilzeitbeschäftigte, Minijobber und Auszubildende.[1]

Grundsätzlich haben beide Elternteile Anspruch auf die Elternzeit und so können auch beide Elternteile gleichzeitig davon Gebrauch machen. Der Anspruch kann nicht durch Vertrag ausgeschlossen oder beschränkt werden. Wer genau berechtigt ist, auch bei Adoption, Pflegekindern und Stiefkindern, erklärt die Seite Anspruch auf Elternzeit.[1]

Bis zu welchem Alter des Kindes gibt es Elternzeit?

Der Anspruch auf Elternzeit besteht bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres eines Kindes. Ein Anteil von bis zu 24 Monaten kann zwischen dem dritten Geburtstag und dem vollendeten achten Lebensjahr des Kindes in Anspruch genommen werden. Für die Mutter wird die Mutterschutzfrist nach der Geburt auf die drei Jahre angerechnet.[1]

Beispiel: Eine Mutter nimmt nach dem Mutterschutz zwei Jahre Elternzeit bis zum zweiten Geburtstag. Das dritte Jahr hebt sie sich auf und nimmt es im Jahr der Einschulung, also nach dem dritten Geburtstag. Das sind zwei Abschnitte; die Anmeldung für das Einschulungsjahr muss 13 Wochen vorher beim Arbeitgeber sein. Käme noch ein dritter Abschnitt nach dem dritten Geburtstag hinzu, könnte der Arbeitgeber ihn aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen.

Jeder Elternteil kann seine Elternzeit auf drei Zeitabschnitte verteilen; mehr Abschnitte sind nur mit Zustimmung des Arbeitgebers möglich. Bei Zwillingen und mehreren Kindern besteht der Anspruch für jedes Kind, auch wenn sich die Zeiträume überschneiden.[1]

Wie meldet man Elternzeit an?

Elternzeit wird nicht beantragt, sondern beim Arbeitgeber angemeldet. Die Anmeldung muss in Textform erfolgen, also etwa per Brief oder E-Mail:[2]

  • für Elternzeit bis zum dritten Geburtstag spätestens sieben Wochen vor Beginn,
  • für Elternzeit zwischen dem dritten und dem achten Geburtstag spätestens 13 Wochen vor Beginn.[1]

Wer Elternzeit vor dem dritten Geburtstag anmeldet, muss gleichzeitig erklären, für welche Zeiten innerhalb von zwei Jahren Elternzeit genommen werden soll. An diese Festlegung sind Sie gebunden. Eine nachträgliche Verlängerung ist in diesem Zeitraum nur mit der Zustimmung des Arbeitgebers zulässig.[1]

Für die Mutter beginnt die Elternzeit frühestens nach der Mutterschutzfrist. Der Vater muss sieben Wochen vor dem errechneten Geburtstermin anmelden, wenn seine Elternzeit mit der Geburt beginnen soll.[2]

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Welche Rechte haben Sie während der Elternzeit?

  • Kündigungsschutz: Der Arbeitgeber darf ab dem Zeitpunkt, von dem an Elternzeit verlangt worden ist, und während der Elternzeit nicht kündigen. Der Schutz beginnt frühestens acht Wochen vor Beginn der Elternzeit, bei Elternzeit nach dem dritten Geburtstag frühestens 14 Wochen vorher. Nur in besonderen Fällen kann die zuständige Behörde eine Kündigung ausnahmsweise für zulässig erklären. Einzelheiten: Kündigung in der Elternzeit.[1]
  • Teilzeit: Sie dürfen während der Elternzeit bis zu 32 Wochenstunden im Durchschnitt des Monats arbeiten. In Betrieben mit mehr als 15 Arbeitnehmern haben Sie unter weiteren Voraussetzungen einen Anspruch darauf. Mehr unter Teilzeit in der Elternzeit.
  • Urlaub: Der Arbeitgeber kann den Erholungsurlaub für jeden vollen Kalendermonat der Elternzeit um ein Zwölftel kürzen, nicht aber, wenn Sie in Elternzeit bei ihm in Teilzeit arbeiten. Resturlaub von vor der Elternzeit verfällt nicht.[1]
  • Rückkehr: Nach der Elternzeit kehren Sie normalerweise an Ihren ursprünglichen Arbeitsplatz zurück, mit der Stundenzahl von vorher. Wie die Elternzeit endet und was bei vorzeitiger Rückkehr gilt, steht auf der Seite Ende der Elternzeit.

Elternzeit in der Probezeit

Auch während der Probezeit können Sie Elternzeit nehmen. Ob sich die Probezeit um die Elternzeit verlängert, ist gesetzlich nicht geregelt; das kann sich nur aus Arbeits- oder Tarifvertrag ergeben.[3]

Wichtig ist der Kündigungsschutz: Normalerweise kann der Arbeitgeber in der Probezeit mit kurzer Frist und ohne konkreten Grund kündigen. Während der Elternzeit ist das nicht möglich, auch nicht in der Probezeit.[3]

Sonderfälle: Ausbildung, Großeltern, befristeter Vertrag

Auch während einer Berufsausbildung kann die Elternzeit genommen werden. Die Elternzeit wird auf die Dauer der Berufsausbildung nicht angerechnet, die Ausbildung verlängert sich also entsprechend.[1]

In Ausnahmefällen übernehmen die Großeltern die Betreuung. Berufstätige Großeltern können Elternzeit nehmen, wenn sie mit dem Enkelkind in einem Haushalt leben und es selbst betreuen und ein Elternteil des Kindes minderjährig ist oder sich in einer Ausbildung befindet, die vor dem 18. Geburtstag begonnen wurde. Das gilt nur für Zeiten, in denen keiner der Elternteile selbst Elternzeit nimmt.[1]

Bei einem befristeten Arbeitsvertrag endet die Elternzeit mit dem Vertrag; die Befristung verlängert sich durch die Elternzeit normalerweise nicht. Was dann gilt, erklärt die Seite Befristeter Arbeitsvertrag bei Schwangerschaft und Elternzeit.

Können auch Selbständige in Elternzeit gehen?

Nein. Elternzeit ist eine Freistellung von der Arbeitspflicht und steht deshalb nur Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie Auszubildenden zu. Selbständige können aber Elterngeld beziehen. Ebenso wie bei Arbeitnehmern dient das vorherige Einkommen, bei dem es sich dann um den Gewinn aus dem eigenen Betrieb handelt, als Berechnungsgrundlage. Wie das Elterngeld funktioniert, steht auf der Seite Elterngeld und Elternzeit, welche weiteren Leistungen es gibt, auf der Seite Finanzielle Unterstützung in der Elternzeit.[1]

Wer ist zuständig?

Streit mit dem Arbeitgeber

Lehnt der Arbeitgeber Teilzeit, einen dritten Abschnitt oder die Rückkehr ab oder kündigt er trotz Elternzeit, entscheidet das Arbeitsgericht. Gegen eine Kündigung gilt die Klagefrist von drei Wochen.

Arbeitsgerichte in Deutschland

Häufige Fragen

Quellen

  1. Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG): § 2d · § 15 · § 16 · § 17 · § 18 · § 20
  2. Familienportal des Bundesfamilienministeriums: Wann und wie muss ich Elternzeit beantragen?
  3. Familienportal des Bundesfamilienministeriums: Kann ich während der Probezeit Elternzeit nehmen?

Prüfvermerk der Redaktion: Alle Beträge, Fristen und Voraussetzungen auf dieser Seite wurden am 29.09.2026 mit dem Wortlaut der Vorschriften auf gesetze-im-internet.de und den Angaben der zuständigen Behörden abgeglichen, auch Fristen und Zuständigkeiten, die hier ohne Fußnote stehen. Gesetze ändern sich; maßgeblich ist die Fassung, die zum Zeitpunkt Ihres Falles gilt.

Diese Seite erklärt die Rechtslage allgemein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall.

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