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Medizinrecht · Stand Oktober 2026

Patientenverfügung Muster: Formular zum Ankreuzen und amtliche Textbausteine

Das Bundesministerium der Justiz bietet kostenlose Textbausteine für eine Patientenverfügung an, aus denen Sie Ihr eigenes Muster zusammenstellen. Entscheidend ist, dass Sie konkrete Behandlungssituationen und die gewünschten oder abgelehnten Maßnahmen benennen; allgemeine Formulierungen sollen vermieden werden.[1]

Geprüft am 11.10.2026 gegen Gesetzestext und amtliche Angaben · 3 Quellen · 7 Min. Lesezeit

Patientenverfügung mit Muster: Ist das erlaubt?

Ein Muster kann eine große Hilfe sein, wenn es darum geht, eine Patientenverfügung zu verfassen. Der deutsche Gesetzgeber schreibt nicht vor, dass eine solche Patientenvorsorge handschriftlich vorliegen muss. Verlangt ist die Schriftform: Das Dokument muss eigenhändig mit Ihrem Namen unterschrieben sein. Ob man sich für ein Formular, eine dynamisch erzeugte Standard-Patientenverfügung oder eine andere Variante entscheidet, ist für den deutschen Gesetzgeber nicht relevant. Wer volljährig und einwilligungsfähig ist, kann auf diese Weise vorsorgen.[2]

Verbrauchern ist es freigestellt, ob sie ihre Patientenverfügung alleine oder mit der Unterstützung durch einen Juristen oder Arzt verfassen. Zudem kann eine kompetente Beratung sinnvoll sein, die die verschiedenen Möglichkeiten der Vorsorge aufzeigt und die Unterschiede zwischen Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung verdeutlicht. Die Grundlagen stehen auf der Seite Patientenverfügung.

Amtliche Vorlage: die Textbausteine des Justizministeriums

Eine verlässliche und kostenlose Grundlage sind die Textbausteine des Bundesministeriums der Justiz, die es als PDF und als Textdatei zum Herunterladen gibt. Sie sind kein fertiges Formular zum Ankreuzen, sondern verstehen sich lediglich als Anregungen und Formulierungshilfen, aus denen Sie Ihre Verfügung zusammenstellen. Für jede Maßnahme gibt es Alternativen, vom Wunsch nach allen lebenserhaltenden Maßnahmen bis zu deren Ablehnung.

Das Ministerium betont, dass auf allgemeine Formulierungen möglichst verzichtet werden soll. Vielmehr muss möglichst konkret beschrieben werden, in welchen Situationen die Patientenverfügung gelten soll und welche Behandlungswünsche in diesen Situationen bestehen.[1]

Aus diesen Textbausteinen haben wir ein Formular zum Ankreuzen gemacht: Für jede Maßnahme stehen die Alternativen des Ministeriums untereinander, Sie kreuzen jeweils eine an. Dazu kommen die Abschnitte zu Ort der Behandlung, Schweigepflicht, Organspende und Bestätigung. Patientenverfügung zum Ankreuzen (PDF). Wie eine ausgefüllte Patientenverfügung aussehen kann, zeigt die Patientenverfügung unserer Autorin, die sie mit ihrer Ärztin formuliert hat.

Auch Beispiele für Patientenverfügungen sind im Internet vielfach zu finden. Wer Beispiele aus dem Internet studiert, sollte immer darauf achten, dass diese aus verlässlichen Quellen stammen. Eine christlich geprägte Vorlage stellt die Seite Christliche Patientenverfügung vor.

Wie ist ein Muster aufgebaut?

Die Textbausteine folgen einem festen Aufbau. Unverzichtbar sind Eingangsformel, Situationen, Festlegungen zu ärztlichen Maßnahmen, Schlussformel sowie Datum und Unterschrift; die übrigen Teile ergänzen sie sinnvoll.

BausteinInhalt
EingangsformelName, Vorname, Geburtsdatum, Wohnort und für welchen Fall die Verfügung gilt
Situationenin welchen Lagen die Festlegungen gelten sollen
Festlegungen zu Maßnahmenlebenserhaltende Maßnahmen, Schmerzbehandlung, künstliche Ernährung, Wiederbelebung, Beatmung, Dialyse, Antibiotika, Blut
Ort und BeistandKrankenhaus, zu Hause oder Hospiz, gewünschte Begleitung
Schweigepflichtgegenüber welchen Personen Ärzte entbunden sind
Verbindlichkeitwie Ihr Wille durchgesetzt und ausgelegt werden soll
weitere Vorsorge, OrganspendeHinweis auf Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Organspende
Schlussformel, Unterschrift, AktualisierungVerzicht auf weitere Aufklärung, Datum, Unterschrift, spätere Bestätigungen

Als Anhang können Sie Ihre Wertvorstellungen beschreiben: was Ihnen im Leben wichtig ist, wovor Sie Angst haben, welche Rolle Glaube oder Familie spielen. Das hilft Ärzten und Vertretern, Ihre Festlegungen richtig zu verstehen.

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Konkrete Situationen: Beispiele aus den Textbausteinen

Eine Patientenverfügung wirkt nur, wenn sie auf die eingetretene Lage passt. Die Textbausteine schlagen unter anderem diese Situationen vor, jeweils beginnend mit „Wenn ...“:[1]

  • „ich mich aller Wahrscheinlichkeit nach unabwendbar im unmittelbaren Sterbeprozess befinde“,
  • „ich mich im Endstadium einer unheilbaren, tödlich verlaufenden Krankheit befinde, selbst wenn der Todeszeitpunkt noch nicht absehbar ist“,
  • eine Gehirnschädigung die Fähigkeit, Einsichten zu gewinnen, Entscheidungen zu treffen und mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, nach Einschätzung zweier erfahrener Ärzte aller Wahrscheinlichkeit nach unwiederbringlich erloschen ist,
  • „ich infolge eines weit fortgeschrittenen Hirnabbauprozesses (z. B. bei Demenzerkrankung) auch mit ausdauernder Hilfestellung nicht mehr in der Lage bin, Nahrung und Flüssigkeit auf natürliche Weise zu mir zu nehmen“.[1]

Sie können eigene Situationen ergänzen. Beschreiben Sie aber nur Lagen, in denen Sie nicht mehr selbst entscheiden können; solange Sie einwilligungsfähig sind, entscheiden Sie ohnehin selbst.

Formulierungen für die ärztlichen Maßnahmen

Für jede Maßnahme bieten die Textbausteine Alternativen an, die sich ausschließen. Bei den lebenserhaltenden Maßnahmen heißt es zum Beispiel „in den oben beschriebenen Situationen wünsche ich“ entweder, „dass alles medizinisch Mögliche und Sinnvolle getan wird, um mich am Leben zu erhalten“, oder, „dass alle lebenserhaltenden Maßnahmen unterlassen werden“. Wer Letzteres wählt, legt zugleich fest, dass Hunger und Durst auf natürliche Weise gestillt und Schmerzen, Atemnot, Übelkeit und Angst gelindert werden sollen.[1]

Beispiel für eine konkrete Festlegung: „Wenn ich mich im Endstadium einer unheilbaren, tödlich verlaufenden Krankheit befinde, wünsche ich, dass keine künstliche Ernährung und keine künstliche Flüssigkeitszufuhr erfolgen, keine Wiederbelebung versucht wird und eine schon eingeleitete Beatmung eingestellt wird, sofern ich Medikamente zur Linderung der Luftnot erhalte.“

So sind Situation und Maßnahmen verbunden. Ein Satz wie „Ich will keine Apparatemedizin“ ließe dagegen offen, was gemeint ist.

Der Bundesgerichtshof verlangt, dass sich feststellen lässt, in welcher Behandlungssituation welche Maßnahmen durchgeführt werden oder unterbleiben sollen. Die Äußerung, keine lebenserhaltenden Maßnahmen zu wünschen, ist für sich genommen keine hinreichend konkrete Behandlungsentscheidung. Die Konkretisierung kann sich aber auch aus der Bezugnahme auf ausreichend genau beschriebene Krankheiten oder Behandlungssituationen ergeben.[3] Die Textbausteine empfehlen deshalb, den Baustein zum Unterlassen aller lebenserhaltenden Maßnahmen stets zusammen mit weiteren konkreten Erläuterungen zu verwenden.[1]

Patientenverfügung kostenlos erstellen: Was kostet sie?

Eine Patientenverfügung kostenlos zu errichten, ist problemlos möglich und lässt sich mithilfe kostenlos erhältlicher Muster, Vorlagen und Formulare recht leicht realisieren. Grundsätzlich spricht nichts gegen eine kostenlose Patientenverfügung, denn der deutsche Gesetzgeber schreibt diesbezüglich keine notarielle Beurkundung oder ärztliche Begleitung vor.[2]

Kosten entstehen nur, wenn Sie Beratung in Anspruch nehmen, etwa bei einem Anwalt oder Notar, oder wenn Sie die Verfügung im Zentralen Vorsorgeregister eintragen lassen. Das ärztliche Gespräch über medizinische Fragen ist sinnvoll, weil nur ein Arzt die Folgen einzelner Festlegungen für Ihre Krankheit einschätzen kann. Die Textbausteine sehen dafür einen Abschnitt vor, in dem der Arzt die Aufklärung und Ihre Einwilligungsfähigkeit bestätigen kann.[1]

Nach dem Ausdrucken der Patientenverfügung darf man aber natürlich nicht vergessen, diese zu unterschreiben, da eine solche Vorausverfügung erst mit Unterschrift des Verfassers wirksam ist. Wie das bei einem ausgedruckten Formular im Einzelnen geht, erklärt die Seite Patientenverfügung Vorlage und handschriftlich.

Typische Fehler beim Ausfüllen

  • Zu allgemein: Formulierungen wie „unwürdiges Dahinvegetieren“, „qualvolles Leiden“ oder „Apparatemedizin“ sagen nicht, welche Behandlung Sie wollen.
  • Widersprüche: Wer möglichst lange leben will, aber jede künstliche Ernährung ablehnt, sollte klären, was in welcher Lage gelten soll.
  • Nur angekreuzt, nichts beschrieben: Kreuze ohne Situationsbeschreibung helfen im Ernstfall wenig.
  • Keine Unterschrift oder kein Datum: Ohne Unterschrift fehlt die Schriftform.
  • Niemand weiß davon: Hinterlegen Sie Kopien beim Hausarzt und bei Vertrauenspersonen.

Die Textbausteine enthalten zum Teil sich ausschließende Möglichkeiten, die durch das Wort „oder“ gekennzeichnet sind; wählen Sie jeweils nur eine.

Wer ist zuständig?

Streit über die Auslegung

Streiten Ärzte, Angehörige und Vertreter darüber, ob Ihre Patientenverfügung auf die Lage passt, entscheidet das Betreuungsgericht beim Amtsgericht.

Amtsgerichte in Deutschland

Häufige Fragen

  • Gibt es eine amtliche Patientenverfügung zum Ankreuzen?

    Ein amtliches Formular gibt es nicht. Das Bundesministerium der Justiz stellt Textbausteine zur Verfügung, aus denen Sie auswählen. Ankreuzformulare sind zulässig, wenn die Festlegungen konkret genug sind; unser kostenloses Formular zum Ankreuzen setzt die Bausteine des Ministeriums um.

  • Kann ich ein Muster am Computer ausfüllen?

    Ja. Sie können die Textbausteine als Textdatei herunterladen, am Computer bearbeiten und ausdrucken. Wirksam wird die Verfügung mit Ihrer eigenhändigen Unterschrift auf dem Ausdruck.

  • Wo bekomme ich eine Patientenverfügung zum Ausdrucken?

    Als Formular zum Ankreuzen kostenlos hier auf der Seite (PDF), außerdem beim Bundesministerium der Justiz als Textbausteine, bei den Kirchen als Christliche Patientenvorsorge und bei vielen Verbänden. Achten Sie darauf, dass das Muster aktuell ist.

  • Sollte ich die Organspende in der Patientenverfügung regeln?

    Das ist möglich; die Textbausteine enthalten dafür einen eigenen Abschnitt. Für eine Organspende können ärztliche Maßnahmen nötig sein, die Sie in der Verfügung ausgeschlossen haben. Legen Sie deshalb fest, was dann Vorrang haben soll.

Auch interessant: Die Vollmacht

Quellen

  1. Bundesministerium der Justiz: Textbausteine für eine schriftliche Patientenverfügung (PDF)
  2. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB): § 126 · § 1827
  3. Bundesgerichtshof, Pressemitteilung Nr. 185/2018 zum Beschluss vom 14.11.2018, XII ZB 107/18

Prüfvermerk der Redaktion: Alle Beträge, Fristen und Voraussetzungen auf dieser Seite wurden am 11.10.2026 mit dem Wortlaut der Vorschriften auf gesetze-im-internet.de und den Angaben der zuständigen Behörden abgeglichen, auch Fristen und Zuständigkeiten, die hier ohne Fußnote stehen. Gesetze ändern sich; maßgeblich ist die Fassung, die zum Zeitpunkt Ihres Falles gilt.

Diese Seite erklärt die Rechtslage allgemein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall.

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