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Steuerrecht · Stand September 2026

Forex-Gewinne versteuern: So wird der Devisenhandel in Deutschland besteuert

Wie Gewinne aus dem Devisenhandel versteuert werden, hängt davon ab, ob Sie tatsächlich Devisen besitzen oder nur an Kursdifferenzen beteiligt sind. Differenzgeschäfte wie Forex-CFDs sind Termingeschäfte mit 25 Prozent Abgeltungsteuer; wer echte Fremdwährung innerhalb eines Jahres kauft und wieder verkauft, versteuert den Gewinn mit seinem persönlichen Steuersatz.[1]

Geprüft am 29.09.2026 gegen Gesetzestext und amtliche Angaben · 2 Quellen · 5 Min. Lesezeit

Wie wird Devisenhandel versteuert? Die zwei Fälle

Es kommt bei dieser Versteuerung explizit auf Details an. So muss zunächst geklärt werden, um welche Art von Geschäft es sich handelt. Maßgeblich bei dieser Frage ist, ob der Steuerzahler wirklich Devisen besitzt oder ob er nur an Kursveränderungen beteiligt wird.[1]

Differenzgeschäft (CFD, Forex-Kontrakt)Kauf echter Fremdwährung
EinordnungTermingeschäft, Einkünfte aus Kapitalvermögenprivates Veräußerungsgeschäft
Steuersatz25 Prozent Abgeltungsteuerpersönlicher Einkommensteuersatz
steuerfreibis 1.000 Euro Kapitalerträge im Jahr (Sparer-Pauschbetrag)nach mehr als einem Jahr Haltedauer; bei kürzerer Haltedauer Gesamtgewinn unter 1.000 Euro im Jahr
Verlustemit anderen Kapitalerträgen verrechenbarnur mit Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften

Zinsen auf ein Fremdwährungskonto sind in jedem Fall Kapitalerträge und fallen unter die Abgeltungsteuer.[1]

Forex-CFDs und Differenzgeschäfte: Abgeltungsteuer

Besitzt der Trader keine tatsächlichen Devisen, sondern nur einen vertraglich festgelegten Anspruch auf einen Ausgleich bei Wechselkursveränderungen, dann müssen die Gewinne über die Abgeltungssteuer versteuert werden. Das Gesetz nennt solche Geschäfte Termingeschäfte, durch die der Steuerpflichtige einen Differenzausgleich erlangt; der Gewinn gehört zu den Einkünften aus Kapitalvermögen.[1]

Hier gilt ein Steuersatz von 25 Prozent, zuzüglich des Solidaritätszuschlages von 5,5 Prozent auf die Steuer und eventuell der Kirchensteuer. Abgezogen wird vorher der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro, bei zusammen veranlagten Ehepaaren 2.000 Euro. Weitere Werbungskosten wie Depot- oder Abo-Gebühren sind daneben nicht abziehbar; beim Termingeschäft mindern aber Aufwendungen, die unmittelbar mit dem Geschäft zusammenhängen, den Gewinn.[1]

Liegt Ihr persönlicher Steuersatz unter 25 Prozent, können Sie in der Steuererklärung die Günstigerprüfung beantragen. Das Finanzamt besteuert die Kapitalerträge dann mit dem niedrigeren Tarif.[1]

Echte Devisen kaufen und verkaufen: privates Veräußerungsgeschäft

Wer tatsächlich Fremdwährung kauft, etwa Dollar auf einem Währungskonto, und sie wieder verkauft, macht ein privates Veräußerungsgeschäft. Da es sich bei Devisen dann um eigenständige Wirtschaftsgüter handelt, fällt die Versteuerung dieser Gewinne nicht unter die Abgeltungssteuer. Der Händler muss seine Gewinne bei der Einkommensteuer angeben und mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern.[1]

  • Haltefrist: Steuerpflichtig ist der Gewinn nur, wenn zwischen Kauf und Verkauf nicht mehr als ein Jahr liegt.
  • Reihenfolge: Bei mehreren gleichartigen Fremdwährungsbeträgen gilt, dass die zuerst gekauften zuerst verkauft wurden.
  • Freigrenze: Beträgt der Gesamtgewinn aus allen privaten Veräußerungsgeschäften im Jahr weniger als 1.000 Euro, bleibt er steuerfrei. Wird die Grenze erreicht, ist der ganze Gewinn steuerpflichtig.[1]
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Deutscher oder ausländischer Broker: Was ändert sich?

Befindet sich der Broker in Deutschland, dann wird die Steuer auf Gewinne aus Termingeschäften automatisch einbehalten und an die Finanzbehörden abgeführt. Die Kapitalertragsteuer ist damit in der Regel abgegolten.[1]

Nutzt der Trader hingegen einen ausländischen Anbieter, behält niemand die Steuer ein. Dann ist er selbst dafür verantwortlich, die Gewinne in seiner Einkommensteuererklärung anzugeben, in der Anlage KAP. Was den Steuersatz angeht, so unterscheiden sich beide Verfahrensweisen nicht voneinander. Auch wenn über die Einkommensteuererklärung versteuert werden muss, gilt ein Steuersatz in Höhe von 25 Prozent.[1]

Mehr zur Frage, welche Rolle der Sitz des Brokers spielt, steht im Ratgeber Sitz des Brokers und Abgeltungssteuer.

Wie werden Verluste aus dem Devisenhandel verrechnet?

Verluste aus Kapitalvermögen, also auch aus Forex-CFDs, dürfen nicht mit anderen Einkunftsarten wie dem Arbeitslohn verrechnet werden. Sie mindern aber andere Kapitalerträge und werden, soweit sie nicht aufgebraucht sind, in die Folgejahre vorgetragen. Nur Verluste aus Aktienverkäufen sind auf Gewinne aus Aktienverkäufen beschränkt.[1]

Verluste aus dem Handel mit echter Fremdwährung innerhalb der Jahresfrist lassen sich nur mit Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften verrechnen, im selben Jahr oder in anderen Jahren.[1]

Hat ein deutscher Broker Verluste bereits intern verrechnet und wollen Sie sie mit Erträgen bei einer anderen Bank ausgleichen, brauchen Sie eine Verlustbescheinigung.[1]

Was droht, wenn man Forex-Gewinne nicht versteuert?

Nun gibt es immer auch Devisenkäufer und Devisenverkäufer, die ihre erzielten Gewinne gern für sich selbst behalten möchten und deshalb versuchen, die Steuer zu umgehen. Doch derjenige macht sich damit strafbar. Wer den Finanzbehörden steuerlich erhebliche Tatsachen verschweigt oder falsch angibt, wird wegen Steuerhinterziehung mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.[2]

Hinzu kommt: Bei hinterzogenen Steuern kann das Finanzamt zehn Jahre lang nachfordern statt der üblichen vier Jahre. Wer frühere Gewinne nicht erklärt hat, kann unter Umständen mit einer vollständigen Selbstanzeige straffrei werden; dazu mehr im Ratgeber zur Selbstanzeige.[2]

Wer ist zuständig?

Steuererklärung mit Forex-Gewinnen

Ihr Wohnsitzfinanzamt. CFD-Gewinne bei ausländischen Brokern gehören in die Anlage KAP, Gewinne aus echten Devisen innerhalb der Jahresfrist in die Anlage SO.

Streit mit dem Finanzamt

Erst Einspruch innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Steuerbescheids, danach Klage beim Finanzgericht.

Finanzgerichte in Deutschland

Häufige Fragen

Quellen

  1. Einkommensteuergesetz (EStG): § 20 · § 23 · § 32d · § 43
  2. Abgabenordnung (AO): § 370 · § 169

Prüfvermerk der Redaktion: Alle Beträge, Fristen und Voraussetzungen auf dieser Seite wurden am 29.09.2026 mit dem Wortlaut der Vorschriften auf gesetze-im-internet.de und den Angaben der zuständigen Behörden abgeglichen, auch Fristen und Zuständigkeiten, die hier ohne Fußnote stehen. Gesetze ändern sich; maßgeblich ist die Fassung, die zum Zeitpunkt Ihres Falles gilt.

Diese Seite erklärt die Rechtslage allgemein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall.

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